Am 27. Dezember 1879, kurz nach 7 Uhr abends, stürzte während eines orkanartigen Sturmes der 971 m lange Mittelteil der Eisenbahnbrücke über den Firth of Tay in Schottland ein. Mit den eisernen Überbauten und Pfeilern versank auch der Schnellzug der North British-Railway von Edinburgh nach Dundee in den eisigen Fluten der Meeresbucht. Sämtliche 72 Fahrgäste und das fünfköpfige Zugpersonal fanden dabei den Tod. Diese furchbare Katastrophe bildete den Anlaß für die bekannte Ballade ‹Die Brück’ am Tay›, die Theodor Fontane (1819–1898) im darauffol-genden Jahr verfaßt hat. Das Unglück stellte er darin dar als Werk dunkler, menschenfeindlicher Mächte, einer ‹force majeure›, einer ‹Höheren Gewalt›, wie man es vielleicht prosaischer ausdrücken könnte. Nun unterliegt es sicherlich keinem Zweifel, daß die an jenem Winterabend tobenden Orkanböen diese Katastrophe irgendwie ausgelöst haben. Aber über ihre eigentliche Ursache gab es bald danach mehrere, unterschiedliche Auffassungen.
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