Neuropsychologie pp 286-295 | Cite as
Psychologische Modelle der Handlungssteuerung
Zusammenfassung
Psychologische Modelle der Handlungssteuerung beschreiben die kognitiven Prozesse, die an der Planung, Initiierung und Ausführung von zielgerich teten Bewegungen beteiligt sind. Ein Indikator für diese Prozesse ist die Reaktionszeit (RT), d.h. die Zeit, die zwischen dem Reiz und dem Beginn der Bewegung verstreicht. In Experimenten konnten 3 kognitive Teilprozesse isoliert werden, die an der Vorbereitung einfacher Bewegungen beteiligt sind: Reaktionsauswahl, Reaktionsprogrammierung und Reaktionsausführung.
Die Steuerung von Handlungen wird auch durch wahrgenommene Reize beeinflusst. Im Allgemeinen begünstigt die Wahrnehmung eines Reizes die Planung einer Bewegung mit ähnlichen Merkmalen. Aber auch zwischen unähnlichen Reizen und Reaktionen können Beziehungen gelernt werden, die den schnellen Aufruf der Bewegung ermöglichen.
Die Rolle des sensorischen Feedbacks wurde in den psychologischen Modellen der Handlungssteuerung kontrovers diskutiert. Inzwischen nimmt man zwei zusammenarbeitende Kontrollmechanismen an: Die Open-loop control, die unabhängig vom Feedback operiert, und die Closed-loop control, die eine adaptive Bewegungssteuerung anhand des Feedbacks ermöglicht.
Wie stark wahrgenommene Reize oder sensorisches Feedback die Handlungssteuerung beeinflussen, ist allerdings von den Intentionen des Handelnden abhängig.
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