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Augenbewegungsstörungen

  • Christian Müller

5. Zusammenfassung

Exakt aufeinander abgestimmte binokuläre Bewegungen sind eine unabdingbare Voraussetzung für die intakte visuelle Wahrnehmung. Um stationäre und bewegte Objekte der Umgebung auf die Fovea centralis der Retina zu bringen, hat das menschliche Gehirn unterschiedliche Bewegungsarten der Augen zur Verfügung. Für Sakkaden, langsame Folgebewegungen und den vestibulookulären Reflex gibt es eigene anatomisch definierte Bahnsysteme im Gehirn. Durch krankheitsbedingte Läsionen dieser Netzwerke auf verschiedenen Ebenen entstehen vielfältige Okulomotorikstörungen, die zumeist in subjektiven Symptomen wie Doppelbildern, Verschwommensehen oder diffusem Schwindel resultieren. Die Klassifikation von Okulomotorikstörungen erfolgt anhand einer sorgfältigen klinisch — neurologischen Untersuchung, im Bedarfsfalle können auch apparative Hilfsuntersuchungen wie etwa die Elektrookulographie eingesetzt werden. Erst nach Zuordnung des jeweiligen Störungsbildes kann eine Aussage über Therapie, Verlauf und Prognose gemacht werden. Gerade bei akut hirngeschädigten Patienten (z.B: nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma) treten häufig Okulomotorikstörungen zusätzlich zu kognitiven Beeinträchtigungen auf, sodass die Beurteilung der visuellen Wahrnehmungsstörung sehr schwierig wird. Abgesehen von der klinisch-neurologischen Untersuchung benötigen fast alle Diagnostikverfahren die Kooperation des Patienten, sodass in komplexen Fällen oft erst im Verlauf ein adäquater Behandlungsplan aufbauend auf Mosaiksteinen der Verhaltensbeobachtung im Alltag entworfen werden kann. Darüberhinaus haben apparative Methoden der Okulomotorikuntersuchung eine wichtige Bedeutung als Forschungsinstrumentarium (z.B: bei Neglect-Dyslexie).

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Literatur

  1. Leigh RJ, Zee DS (1999) The Neurology of Eye Movements. Oxford University Press, New YorkGoogle Scholar
  2. Thömke F (2001) Augenbewegungsstörungen — Ein klinischer Leitfaden. Thieme, StuttgartGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag/Wien 2006

Authors and Affiliations

  • Christian Müller
    • 1
  1. 1.Universitätsklinik für NeurologieMedizinische Universität WienWien

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