Sparpolitik

Ökonomische Zwänge und politische Spielräume

  • Heinrich Mäding

Table of contents

  1. Front Matter
    Pages 1-10
  2. Thomas Ellwein
    Pages 36-55
  3. Adrienne Windhoff-Héritier
    Pages 77-99
  4. Gerhard Lehmbruch
    Pages 100-122
  5. Hartmut Elsenhans
    Pages 123-151
  6. Back Matter
    Pages 152-152

About this book

Introduction

Sparpolitik ist als politisches und wissenschaftliches Thema in der Bundesrepublik Deutschland ein Novum. Mehr als dreißig Jahre fast permanenten realen Wirtschaftswachstums haben Einstellun­ gen und Erwartungen aller Wirtschaftseinheiten auf Expansion ein­ gestimmt, nicht auf Reduktion. Die gesamtgesellschaftlich domi­ nante Erfahrung unserer Nachkriegsentwicklung betrifft die Tatsa­ che, daß alle gleichzeitig und kontinuierlich mehr an privatem Wohl­ stand und an öffentlichen Leistungen erhalten konnten. Dies gilt wenigstens als Möglichkeit, denn für einzelne Individuen, Gruppen oder Regionen hat es innerhalb des allgemeinen Wachstums stets auch zumindest temporäre Wohlstandseinschränkungen und be­ lastende Umstellungsprozesse gegeben. Wie stark die Erfahrung des Wachstums das Denken und Handeln aller Akteure vorstrukturierte und in Organisationen und Abläufen institutionell vorausgesetzt war, zeigt sich an den Schwierigkeiten, mit geringeren gesamtwirtschaft­ lichen Wachstumsraten, eventuell temporärer Stagnation oder gar Schrumpfung zurechtzukommen. Dies gilt für private und öffent­ liche Akteure, für Einzelunternehmen, Gewerkschaften und Staat. Der Staat, insbesondere der Bund, ist dabei vor Anforderungen gestellt, deren Widersprüchlichkeit nahezu allgemein anerkannt ist. Er soll zugleich einen Beitrag zum Abbau der Arbeitslosigkeit lei­ sten und die erheblichen jährlichen Defizite im Haushalt reduzieren. Das Dilemma liegt darin, daß letzteres nur entweder über Steigerung der "ordentlichen" Einnahmen oder Ausgabenreduktion möglich ist, diese beiden Maßnahmen aber "konjunkturell nicht in die Land­ schaft passen". Im Herbst 1982 ist die dreizehn Jahre amtierende SPD/FDP-Regierungskoalition hauptsächlich an dieser Frage geschei­ tert, die neue CDU/CSU/FDP-Koalition wird sich an ihrem Lösungs­ beitrag - wie schwer er auch zu isolieren sein mag - messen lassen müssen.

Keywords

Arbeitslosigkeit Entwicklungspolitik Gesellschaft Gewerkschaft Sozialpolitik Wachstum Wirtschaft Wirtschaftswachstum

Editors and affiliations

  • Heinrich Mäding
    • 1
  1. 1.KonstanzDeutschland

Bibliographic information

  • DOI https://doi.org/10.1007/978-3-663-14312-3
  • Copyright Information Springer Fachmedien Wiesbaden 1983
  • Publisher Name VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden
  • eBook Packages Springer Book Archive
  • Print ISBN 978-3-531-11659-4
  • Online ISBN 978-3-663-14312-3
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