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Braver Junge — gefüllt mit Gift

Joseph Roth und die Ambivalenz

  • Authors
  • Sebastian Kiefer
Book

Table of contents

  1. Front Matter
    Pages i-vii
  2. Sebastian Kiefer
    Pages 87-115
  3. Sebastian Kiefer
    Pages 116-157
  4. Back Matter
    Pages 178-182

About this book

Introduction

Er war ein Sozialist, der eine Welt im Namen der Gebeutelten dieser Erde anklagte und dabei von den Patriarchen, von Millionären und Film-Starlets träumte. Er war Offizier und bedingungsloser Pazifist, ein Fanatiker der Etikette und »Feind jeglicher Konvention«. Er war ein sentimentaler Cineast, dem Hollywood zur Hölle - der Moderne - wurde, ein neusachlicher Literat und verzärtelter Ästhet der »Nuance«. Er stürzte sich, halb aus Not, halb aus sozialem Kalkül in die Arme des Katholizismus, anderntags war er ein ahasverischer galizischer Jude, der »seine« Ostjuden daheim verdammte, weil sie es ihm nachtun wollten. Vorliegende Arbeit zeigt, weshalb die Versuche, Joseph Roth von dieser oder jener Rolle her zu beschreiben, fehl gehen müssen. Das Stete im Wandel des Joseph Roth, das Prinzip hinter den Umbrüchen und Verwandlungen ist die Ambivalenz selbst. Roths Schreiben ist die Transformation des Unentscheidbaren in erzählerische Architektur, die Sublimierung der Ambiguität zum Stil. Ambivalenz ist der Schlüssel zur Kreativität - in Roths Fall, auch in ungezählten anderen. Ein abschließendes Kapitel skizziert, wie und warum das entworfene Erklärungsmodell anderweitig fruchtbar werden kann.

Keywords

Arbeit Architektur Erzähler Hölle Hollywood Joseph Roth Juden Kreativität Moderne Ostjuden Rave Schreiben Stil Transformation Valenz

Bibliographic information