In der Sprache der Täter

Neue Lektüren deutschsprachiger Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur

  • Editors
  • Stephan Braese

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Introduction

Die Tatsache, daß es die deutsche Sprache war, in der die nationalsozialistische Vernichtungspolitik erdacht, propagiert und mit beispielloser Effizienz durchgeführt wurde, hat - nicht nur unter Überlebenden - nachhaltigen Zweifel daran geweckt, ob sie fortan noch als Medium poetischer Arbeit zu gebrauchen sei. Wenn das zentrale Moment poetischer Anstrengung darin bestand, "einer großen humanen Sache zu dienen" (W. Hildesheimer) - konnte dies möglich bleiben in einer Sprache, der jetzt die "Endlösung" unabtrennbar zugehörte? Wie deutschsprachige Autoren auf diese Herausforderung reagiert haben, steht im Mittelpunkt der in diesem Band versammelten Untersuchungen von Wissenschaftlern aus Israel, Deutschland und der Schweiz. Ihr Blick auf Werke von Irmgard Keun und Johannes Bobrowski, George Tabori und Alexander Kluge, aber auch auf jüngere Texte von Autoren wie Georges-Arthur Goldschmidt, Ruth Klüger, W. G. Sebald und Christoph Ransmayr verdeutlicht, in welchem Maß das Bewußtsein von einer "Sprache der Täter" poetische Arbeit - wenn auch meist abseits des literarischen Mainstreams - bis heute prägt.

Keywords

Faschismus Germanistik Literaturwissenschaft Nahckriegsliteratur Nation

Bibliographic information

  • DOI https://doi.org/10.1007/978-3-322-89584-4
  • Copyright Information VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Wiesbaden 1998
  • Publisher Name VS Verlag für Sozialwissenschaften
  • eBook Packages Springer Book Archive
  • Print ISBN 978-3-531-13176-4
  • Online ISBN 978-3-322-89584-4
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