Der Reiz des Trivialen

Künstler, Intellektuelle und die Popkultur

  • Editors
  • Thomas Hecken

Table of contents

  1. Front Matter
    Pages 1-12
  2. Thomas Hecken
    Pages 13-48
  3. Niels Werber
    Pages 49-86
  4. Thomas Hecken
    Pages 87-108
  5. Thomas Hecken
    Pages 109-140
  6. Dimitri Liebsch, Axel Spree
    Pages 141-162
  7. Ralf Hinz
    Pages 163-200
  8. Thomas Hecken
    Pages 201-240
  9. Back Matter
    Pages 241-244

About this book

Introduction

Schon einmal, Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre, gab es in den Lite­ raturwissenschaften Stimmen, die eine objektive, nicht wertende Betrachtung der Trivialliteratur einklagten. Es blieb bei der Forderung. Kaum jemand interessierte sich dafür, streng sachlich oder mit positivem Unterton über Lore-Romane zu schreiben, wenn man doch über Musils ,,Mann ohne Eigenschaften" vielleicht sogar persönliche Betrachtungen anstellen konnte. Den Antrieb zur Beschäftigung mit den Produkten der Unterhaltungsindustrie bildete zwar die Absicht, gegen ein elitäres Bildungsverständnis und jene ästhetischen Theorien anzugehen, die zur schönen Literatur einfach eine allein vom klassischen Werturteil diktierte Auswahl rechneten; ein gesteigertes Interesse im Sinne der Literaturkritik, gar eine ausge­ sprochene Neigung zu den Gegenständen der Untersuchung, dürfte man aber auch in diesen Untersuchungen wohl vergeblich suchen. Mittlerweile, zwanzig Jahre später, ist es dagegen gerade unter jüngeren Intellektuellen in höherem Maße üb­ lich, populäre Filme, Stars der Popmusik, Rezeptionsweisen von Femsehserien zum Ausgangspunkt nicht nur grundsätzlicher Überlegungen zu machen. Allerdings fmdet auch hier eine Beschränkung auf die bevorzugten Medien der Popkultur statt; selbst Bestseller scheinen nicht vom Ruch der alten, zeitkonsumie­ renden Lektüreform des Buches befreit. Intellektuell wird dadurch die Aussage und die Aussageweise von Pop (der schnelle, direkte sinnliche Reiz, der optische, rhythmische Effekt) noch einmal übersteigert -dies ist zugleich der Gegenstand des vorliegenden Bandes. Bezeichnenderweise war es allein die Bildende Kunst, die dank der Zitierung und Verfremdung von Gebrauchsgegenständen wie von Signets der populären Kultur einer intellektuellen Nobilitierung trivialer Effekte im Zeichen der Boheme, lange vorgearbeitet hat.

Keywords

Adorno Avantgarde Cultural Studies Intellektuelle Konsum Kultur Medien Moderne Sex Unterhaltungsindustrie

Bibliographic information

  • DOI https://doi.org/10.1007/978-3-322-87288-3
  • Copyright Information VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Wiesbaden 1997
  • Publisher Name VS Verlag für Sozialwissenschaften
  • eBook Packages Springer Book Archive
  • Print ISBN 978-3-531-12883-2
  • Online ISBN 978-3-322-87288-3
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