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  • Book
  • Jan 2007

Formationen der Stadt

Camillo Sitte weitergelesen

Birkhäuser

Part of the book series: Bauwelt Fundamente (BF, volume 132)

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Table of contents (5 chapters)

  1. Front Matter

    Pages 1-6
  2. Vorbemerkung

    Pages 7-14
  3. Dokumente

    Pages 129-333
  4. Back Matter

    Pages 335-354

About this book

Auch wissenschaftliche Bücher haben ihre Geschichte, und Lehrbücher sind wie Zeitzeugen beredt. Mehr oder weniger verläßlich geben sie A- kunft über Erkenntnismodelle, Leitbegriffe oder Wertekonzepte, die zur Zeit ihrer Niederschrift die Gemüter bewegt haben. Viele Arbeiten sind vergessen, einige bleiben im Bildungskanon präsent, nur wenige werden zu Klassikern. Erstaunlicherweise aber haben es gerade diese Klassiker häu? g schwer, den anwendungsorientierten Zeitgenossen mehr als jenen Respekt abzunötigen, der ihnen zumindest als Marksteinen der Wiss- schaftgeschichte gewiß sein kann. Ein solches Werk scheint die erstmals 1889 erschienene Schrift des österreichischen Autors Camillo Sitte Der Städte-Bau nach seinen künstlerischen Grundsätzen zu sein, ein Buch, auf das sich heute immer noch viele Städtebauinstitute der Technischen Universitäten und Hochschulen im deutschsprachigen Raum gleichsam als Gründungstext ihrer Disziplin p? ichtschuldig beziehen, um zugleich anzudeuten, daß das Buch zwar als Klassiker, aber eben als anti- dernistisches Programm des Städtebaus von gestern zu lesen sei; eine Betrachtung, die sich durch vielerlei Fehlinterpretationen seit Le C- busiers Urbanisme (1925) durchsetzen konnte. Der erstaunlich banalen Einschätzung von Sittes Buch durch Le Corbusier als einer Propagan- schrift für die „krummgezogene“, malerische Straßenführung, hat man sich später ungeprüft und gerne angeschlossen. Seine eingängige Me- pher vom Weg des „Esels“ für Sittes Konzept ist durch die postmoderne Kritik inzwischen relativiert worden, die ihrerseits den Städtebau des Schweizers nachhaltig als Chimäre des modernen Entzauberungsp- zesses zu entlarven wußte und als revolutionsverliebtes, utopisches P- gramm etikettierte, dem das aggressive Potential der Avantgardekonzepte 1 gleichsam genetisch beigegeben sei.

Bibliographic Information