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© 1999

Fiktion des Anfangs

Literarische Kindheitsmodelle bei Jean Paul und Adalbert Stifter

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Table of contents

  1. Front Matter
    Pages 1-9
  2. Beatrice Mall-Grob
    Pages 11-49
  3. Beatrice Mall-Grob
    Pages 389-399
  4. Back Matter
    Pages 400-414

About this book

Introduction

Vom späten 18. Jahrhundert an wurde Kindheit in bislang unbekanntem Ausmaß zum Gegenstand der Rede. Die vorliegende Arbeit untersucht, wie fiktionale Texte die Rede bereichert haben. Sie unterscheidet eine separierende Rede, die das Kind als Anderes in Distanz rückt, von einer integrierenden Rede, die das Subjekt vom Lebensanfang her zu verstehen sucht. Im Zentrum der Untersuchung steht das produktive Zusammenspiel dieser Konzeptualisierungen in poetischen Texten von Jean Paul und Adalbert Stifter. Die Analyse zeigt, dass Fiktionalität fremdartige Modellierungen der Psychogenese ermöglicht, indem sich die Reden vom Kindlichen und vom Unbewußten ästhetisch überlagern. Kindheit als Göttliches oder als Wildes kann metaphorisch jene Leerstelle besetzen, die Erinnerung und Bewusstsein unzugänglich ist. Dass sich der Anspruch auf Lesbarkeit des Unbewußten, der sich in der Freudschen Psychoanalyse erneuert, gerade in der Fiktion geltend machen kann, verdeutlicht der Blick auf theoretische Texte beider Autoren. Der fiktionale Zugriff auf das Ungreifbare produziert aber auch Widersprüche. Mit den Parametern Lacans werden diese gegenläufigen Textspuren in ihrer Subversität wahrnehmbar.

Keywords

18. Jahrhundert Adalbert Stifter Analyse Arbeit ästhetisch Bewusstsein Erinnerung Fiktion Jean Paul Konzept Modellierung Psychoanalyse Rede Subjekt Tanz

About the authors

Beatrice Mall-Grob studierte Germanistik und Geschichte in Basel, Zürich und München. Von 1990-1995 war sie Assistentin am Deutschen Seminar an der Universität Basel. 1998 promovierte sie mit der vorliegenden Arbeit in Basel.

Bibliographic information