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Der Planet als Patient

Über die Widersprüche globaler Umweltpolitik

  • Editors
  • Wolfgang Sachs

Part of the Wuppertal Paperbacks book series (WUTX)

Table of contents

  1. Front Matter
    Pages 1-6
  2. Einleitung

    1. Wolfgang Sachs
      Pages 7-11
  3. Rio und danach

  4. Wie nachhaltig ist das Konzept der «Nachhaltigkeit»?

    1. Front Matter
      Pages 91-91
    2. Christine von Weizsäcker
      Pages 113-135
    3. Hans Achterhuis
      Pages 136-152
  5. Die eine und geteilte Welt

    1. Front Matter
      Pages 171-171
    2. Vandana Shiva
      Pages 173-183
  6. Natur und die «Commons»

    1. Front Matter
      Pages 211-211
    2. Frédérique Apffel Marglin, Purna Chandra Mishra
      Pages 213-226
    3. Yash Tandon
      Pages 227-250
    4. Anil Agarwal, Sunita Narain
      Pages 251-273
  7. Back Matter
    Pages 275-290

About this book

Introduction

Früher forderten die Umweltschützer neue gesellschaftliche Tugen­ den. Heute rufen sie nach besseren Managementstrategien. Früher drängten sie auf mehr Demokratie und lokale Eigenständigkeit, doch jetzt liebäugeln sie mit einer globalen Machtergreifung durch Regierungen, Konzerne und die Wissenschaft. Es ist lange her, daß sie sich für kulturelle Vielfalt einsetzten, inzwischen sehen sie kaum eine andere Möglichkeit, als auf eine weltweite Rationalisierung der Lebensstile zu bauen. Tatsächlich scheinen in dem Maße, wie im­ mer häufiger Umweltthemen auf der Tagesordnung der internatio­ nalen Politik einen wichtigen Platz einnehmen, Teile der Umwelt­ bewegung zahmer zu werden. So hat sich in den letzten Jahren ein Diskurs über globale Umweltpolitik eingespielt, der Betrachtungen über Macht, Kultur oder Moral nicht zuläßt und statt dessen die Bestrebungen einer aufsteigenden Ökokratie verrät, die Natur (und die Menschen dazu) wohlwollender Planung zu unterwerfen. Eine Bewegung, die einst die Menschen zur Demut mahnte, hat parado­ xerweise Experten hervorgebracht, die der Versuchung zum Hoch­ mut oft nicht widerstehen können. Verschiedene Beobachter hatten verschiedene Meinungen über die UN -Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro 1992. Einige sahen in ihr einen Erfolg, viele betrachteten sie wenigstens als einen befriedigenden Auftakt für eine lange Reise, und ein paar beurteilten sie als Fehlschlag. Es macht gewiß die Neuheit von Rio aus, daß die Regierungen der Welt zum ersten Mal gemeinsam die Bedrohung durch die ökologische Krise ernst nahmen und sich dazu bereit fanden, kollektive Verpflichtungen für den zukünftigen Kurs der Politik einzugehen.

Keywords

Artenvielfalt Boden globale Umweltpolitik Klimawandel nachhaltige Entwicklung Nachhaltigkeit Umwelt Umweltpolitik

Bibliographic information