MTI — Innovation in der Vakuuminfusion

DDCompound

Einer der wichtigsten Produktionsprozesse für die Herstellung von Laminaten aus faserverstärkten Kunststoffen ist die Vakuuminfusion. Die Ibbenbürener Firma DDCompound bietet mit dem MTI-Prozess (Membran Tube Infusion) eine Innovation für die Vakuuminfusion. Kernstück ist die eigens entwickelte MTI-Leitung. Sie wird laut Unternehmen überall dort eingesetzt, wo bislang Spiralschläuche oder andere Absaugmedien Verwendung fanden. Im Vergleich zu anderen Verfahren und der klassischen Vakuuminfusion ergäben sich qualitativ hochwertigere Bauteile mit reproduzierbaren Ergebnissen bei höherer Prozesssicherheit und sinkenden Kosten

Die MTI-Leitung beschreibt eine membranummantelte Absaugleitung für die Vakuuminfusion. Dabei handelt es sich um eine gasdurchlässige und harzsperrende Leitung, die zum Evakuieren der Luft eingesetzt wird. Besonders ist der Sandwichaufbau aus Absaugleitung, Vlies zum Schutz der Membran und für verbesserte Absaugeigenschaften sowie der Membran. Wird im Vakuuminfusionsverfahren gearbeitet, bleibt der Prozess unverändert und die MTI-Leitung als Ringleitung zum Evakuieren der Luft am Formenrand platziert. „So ist die Sicht auf das zu tränkende Bauteil nicht versperrt, der Infusionsprozess läuft sichtbar unter der Vakuumfolie ab“, heißt es.

Die Sperrwirkung der Membran verhindert, dass Harz in die Absaugleitung gelangt. Erreicht das eingeleitete Harz an einer Stelle die Absaugleitung, stoppt es hier und fließt weiter durch das zu tränkende Gewebe des Bauteils. Die Harzeinleitungspunkte können so frei gewählt werden, da ein gleichmäßiges Erreichen der Absaugleitung dank der MTI-Leitung nicht mehr erforderlich ist. Da der Harzverlauf unabhängig von der Absaugleitung gestaltet werden kann, wird auch die Fertigung komplexer Bauteile im Vakuuminfusionsverfahren möglich. Bei Bedarf kann die MTI-Leitung zusätzlich auf dem Bauteil platziert werden, beispielsweise an kritischen Stellen oder Bereichen mit Materialanhäufung. Insbesondere die Gefahr von Dryspots wird dadurch sehr stark reduziert.

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Die Absaugleitung bleibt während der Infusion frei von Harz, sodass das Vakuum über den gesamten Zeitraum des Infusionsprozesses an jedem Punkt der Absaugleitung aufrechterhalten bleibt. Die harzsperrende Wirkung der MTI-Leitung stellt sicher, dass das Harz durch das gesamte Bauteil fließt und nicht vorher über die Absaugleitung entweicht. „Das Ergebnis sind vollständig getränkte Bauteile“, teilt DDCompound mit. Da kein Harz über die Leitung entweichen kann, lässt sich der Faservolumengehalt über die definiert eingeleitete Harzmenge einstellen und bestimmen. Darüber hinaus wandert durch die harzsperrende Wirkung der MTI-Leitung kein Harz mehr über die Absaugleitungen ab, sodass der Harzverbrauch minimiert wird und eine Harzfalle nicht nötig ist. Durch das geschlossene System wirkt der Umgebungsdruck nach der Infusion auf das Laminat, sodass Poren minimiert werden und keine Pinholes entstehen können.

„Das MTI-Verfahren ist in vielen Fällen eine kostengünstige Alternative zur Herstellung von Bauteilen im Autoklaven ohne Einbußen in der Bauteilqualität bei zum Teil besseren Oberflächen“, heißt es weiter. Auch könne das Vakuumpressen von Handlaminaten bei geringeren Kosten ohne Mehraufwand ersetzt werden.

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MTI — Innovation in der Vakuuminfusion. Lightweight Des 6, 64 (2013). https://doi.org/10.1365/s35725-013-0306-5

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