Sex, drugs and rock‘n roll Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der Eltern selbstverständlich im Beisein ihrer Kinder rauchten - auch im Auto oder in geschlossenen Räumen. Und Alkohol ging eigentlich immer. Aber Drogen - nein! Die gab es ja nur auf Rockfestivals oder in schmuddeligen Ecken in Bahnhofsnähe. Wenig war über die gefährlichen Nebenwirkungen schon kleinster Mengen von Alkohol und Nikotin bekannt. Und süchtig? Wieso? Man konnte doch jederzeit aufhören, wenn man wollte. Inzwischen weiß man es besser: Über 200 Erkrankungen, so unsere Autoren Prof. Dr. Helmut K. Seitz und Prof. Dr. Ulrich John, sind auf einen chronischen Alkoholkonsum zurück zu führen. Neuere epidemiologische Studien lassen zudem den Schluss zu, dass es keine risikofreie Alkoholmenge gibt (Seite 56). Und die Berufsgruppe der Pflegenden erlebt nicht nur die Folgen missbräuchlichen Konsums ihrer Patient*innen: Prof. Dr. Christine von Reibnitz berichtet, dass die immer schwierigeren Arbeitsbedingungen, der Personalmangel, aber auch das Gefühl, von den politisch Verantwortlichen nicht ernst genommen zu werden, dazu führen, dass immer mehr Pflegekräfte süchtig werden und zu Medikamenten, insbesondere Beruhigungsmitteln, greifen (Seite 10). Keine guten Aussichten - nicht für die Betroffenen und auch nicht für die ihnen anvertrauten Patient*innen. In dieser Ausgabe gehen wir den Ursachen von Abhängigkeit und Sucht, aber auch ihrer Prävention auf den Grund.

Auf dem Titel Monat für Monat gilt es, ein Cover zum Titelthema zu erstellen. Nicht immer einfach. Und wir sind immer gespannt, für welches Bild wir uns entscheiden und wie das Heft am Ende aussieht. Im Dezember haben wir Sie gefragt, welche Titelseite Ihnen 2023 am besten gefallen hat. Ihr Favorit war die Ausgabe 11/2023 zum Thema „Altenpflege“ - vielen Dank!

Gute Information wünscht Ihnen - Ihre

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Katja Kupfer-Geißler

Chefredakteurin

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