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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 7, Issue 5, pp 56–56 | Cite as

AG Evidenzbasierte Medizin

Nutzen für Patienten

  • Tobias Renkawitz
AUS DEN VERBÄNDEN DGOOC
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Kaum ein Begriff wird heute in wissenschaftlichen, aber auch den gesundheitspolitischen Diskussionen so überstrapaziert wie der Terminus der „Evidenz“. Aber welche Forschungsergebnisse sind tatsächlich dazu geeignet, unsere persönlichen Therapieentscheidungen im Alltag zu verändern? Die Methoden der evidenzbasierten Medizin (EbM) liefern in diesem Zusammenhang einen Werkzeugkoffer, mit dem es gelingt, die Qualität von wissenschaftlichen Studien und die Zuverlässigkeit von medizinischen Aussagen zu beschreiben, zu berechnen und zu bewerten. Im Zentrum steht dabei immer die Frage nach dem tatsächlichen Nutzen für unsere Patienten. Nach diesen Maßgaben wurden auch 2016 auf dem DKOU 17 besondere Beiträge für einen EbM-Kommentar ausgewählt. Dieses Format hat sich nun schon seit über einer Dekade auf dem Hauptstadtkongress erfolgreich bewährt und bietet Vortragenden, Vorsitzenden und Zuhörern eine patientenzentrierte Diskussionskultur.

Einheitliche Struktur und Bewertungsklassifikation

Die Bewertung von Studien nach EbM-Methode folgt dabei immer einer einheitlichen Struktur und Bewertungsklassifikation. Die Kommentierungen unter evidenzbasierten Kriterien erfolgen grundsätzlich sachlich und kollegial. Alle kommentierten Arbeiten auf dem DKOU 2016 verdienen große Anerkennung, für den EbM-Preis der DGOU wählte die Preisjury dann die Arbeitsgruppe um Privatdozent Dr. Wafaisade aus Köln und Professor Dr. Lützner aus Dresden aus.

Wissenschaftliche Kriterien

Die AG Evidenzbasierte Medizin unterstützt und berät darüber hinaus den geschäftsführenden Vorstand der Fachgesellschaften. In diesem Zusammenhang war die AG in Kooperation mit Prof. Dr. Dirk Stengel aus Berlin bei den Stellungnahmen der DGOU zum Methodenpapier des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bei der Bewertung von wissenschaftlichen Daten für den gemeinsamen Bundesausschuss vertreten.

Auch in die Kommentierung des Memorandums „Methoden der Qualitäts- und Patientensicherheitsforschung“ des Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF) konnte sich die AG inhaltlich einbringen. Im Nachgang zum Ausschluss der Arthroskopie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung wurden in der AG die im IQWiG-Bericht als wesentlich benannten Studien unter evidenzbasierten Kriterien analysiert.

Die von PD Dr. Thoralf Liebs publizierte Analyse zeigt deutlich, dass aufgrund der Vielzahl und der Schwere der Mängel dieser Studien die bekannte Entscheidung des G-BA nicht auf wissenschaftlichen Kriterien basiert haben kann (Liebs TR, Berger S. Z Orthop Unfall. 2017;155:417-28).

Kursangebot

Die Aufgabe der AG EbM wird es auch zukünftig sein, evidenzbasierte Analysemethoden mit einem besonderen Bezug für O und U fundiert zu vermitteln. Dazu ist in diesem Jahr bereits der Startschuss gefallen. Der zweitägige Kurs „Evidenzbasierte Medizin in Orthopädie und Unfallchirurgie“ unter dem Patronat der DGOU war bereits wenige Monate nach Anmeldestart ausgebucht. Achtzehn hochengagierte Teilnehmer absolvierten im September in Berlin das neue Schulungskonzept für Orthopäden und Unfallchirurgen, das sich inhaltlich an das erfolgreiche Kursformat der Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften orientiert. Die Leitung lag bei Dr. Luzi Dubs aus Winterthur, PD Dr. Thoralf Liebs aus Bern und Prof. Dr. Tobias Renkawitz aus Regensburg/Bad Abbach. Der Kurs bietet neben einem fundierten Basiswissen „evidenzbasierte Medizin“ zudem auch die notwendige Basisqualifikation, um zukünftig als EbM-Kommentator der DGOU auf dem DKOU aufzutreten. Die Vorplanungen für den EbM-Kurs 2018 laufen bereits.

Prof. Dr. Tobias Renkawitz

© T. Renkawitz

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH 2017

Authors and Affiliations

  • Tobias Renkawitz
    • 1
  1. 1.RegensburgDeutschland

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