Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 7, Issue 5, pp 3–4 | Cite as

DKOU 2017: Bewegung ist Leben

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EDITORIAL
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Die drei Präsidenten laden ein zum diesjährigen DKOU in Berlin. Mit dem Motto „Bewegung ist Leben“ unterstreichen sie, dass Ärzte in Zukunft eine größere Rolle bei der Implementierung eines gesunden Lebensstils spielen wollen und müssen.

Univ.-Prof. Dr. Andrea Meurer Präsidentin DGOOC 2017

© Orthopädische Klinik Friedrichsheim

Die drei Präsidenten laden ein zum diesjährigen DKOU in Berlin. Mit dem Motto „Bewegung ist Leben“ unterstreichen sie, dass Ärzte in Zukunft eine größere Rolle bei der Implementierung eines gesunden Lebensstils spielen wollen und müssen.

Univ.-Prof. Dr. Ingo Marzi Präsident DGOU, DGU 2017

© I. Marzi

Die drei Präsidenten laden ein zum diesjährigen DKOU in Berlin. Mit dem Motto „Bewegung ist Leben“ unterstreichen sie, dass Ärzte in Zukunft eine größere Rolle bei der Implementierung eines gesunden Lebensstils spielen wollen und müssen.

Prof. Dr. Alexander Beck Kongresspräsident BVOU 2017

© A. Beck

Der DKOU ist mit über 12.000 Teilnehmern einer der größten Medizinerkongresse in Deutschland und Europa sowie der drittgrößte Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie weltweit. Unser diesjähriges Motto „Bewegung ist Leben“ — auch „Leben ist Bewegung“ wäre möglich gewesen — unterstreicht die Bedeutung unseres gemeinsamen Faches. Wer sich nicht bewegt, wird krank. Unser Behandlungsauftrag geht deshalb weit über das Lindern von Schmerzen und die Wiederherstellung von Beweglichkeit hinaus. Wir legen die Grundlagen für Prävention, Teilhabe und Lebensqualität.

Als wichtigster Kongress unseres Fachs ist der DKOU für junge und erfahrene Kollegen gleichermaßen interessant. Das Programm ist wissenschaftlich und klinisch anspruchsvoll, unterstützt aber auch die nachrückende Generation durch praktische Inhalte. Neben den 900 akzeptierten Abstracts und Postern werden weitere 800 Vorträge gehalten. Neben den 240 Hauptsitzungen sieht das Programm 170 weitere Sitzungen und Meetings im Satellitenprogramm vor. Das alleine zeigt schon, wie umfassend groß und breit das gesamte Fach Orthopädie und Unfallchirurgie ist.

Einen breiten Raum werden auch die Sitzungen zur Forschungs-, Gesundheits- und Berufspolitik einnehmen. Unser Gesundheitssystem steht vor einem Umbruch. In ein paar Jahren wird es kein ungesteuertes Nebeneinander von fachärztlicher Versorgung in Praxen und Krankenhäusern mehr geben. Für uns heißt das: Wir wollen und müssen diesen Wandel mitgestalten.

Gastland in diesem Jahr: die Vereinigten Staaten von Amerika. Gleich mehrere amerikanische Fachgesellschaften aus Orthopädie und Unfallchirurgie haben engagiert am Programm mitgearbeitet. Ein großer Teil der Sitzungen wird daher wieder in Englisch abgehalten werden. Das unterstreicht unsere breite europäische und internationale Aufstellung. Wir wollen weit über die deutschen Grenzen hinaus Gehör finden.

Zu den Highlights gehören unter anderem der Festvortrag im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung und die Pauwels-Gedächtnisvorlesung. Den Festvortrag wird der Dirigent, Musikproduzent und Coach Christian Gansch halten. Er ist der Ansicht, dass ein funktionierender Orchester-Apparat ein Paradebeispiel für effektives Management, gute Führung und effiziente Konfliktlösungen ist. Wer gibt den Ton an? Wie viele Solisten verträgt ein Team? Wie werden Absprachen getroffen, und wer hat zu welcher Zeit das Sagen? Was für ein Orchester lebensnotwendig ist, dürfte auch für unseren Medizinbetrieb relevant sein. Lassen Sie sich überraschen!

Die Pauwels-Gedächtnisvorlesung wird der Schweizer Kinderorthopäde Fritz Hefti halten. Sein Standardwerk „Kinderorthopädie in der Praxis“ ist gerade in der dritten Auflage erschienen. Hefti plädiert seit Langem dafür, dass man sich bei Kindern von mechanistischen Vorstellungen lösen sollte. Form und Funktion der Bewegungsorgane werden bei Kindern nicht nur durch mechanische Faktoren beeinflusst, sondern auch durch das Wachstum und das damit verbundene Remodeling. Nach Heftis Ansicht beruhen unsere biomechanischen Vorstellungen zu sehr auf statischen und zu wenig auf dynamischen Berechnungen.

© Bildquelle

Mit unserem Motto „Bewegung ist Leben“ unterstreichen wir auch bewusst, dass wir in Zukunft eine größere Rolle bei der Implementierung eines gesunden Lebensstils spielen müssen. Adipositas und Sportverletzungen gehören zu den Risikofaktoren einer Arthrose, nicht nur das Alter. Die wachsende Zahl an Arthrosen ist also nicht nur dem demografischen Wandel geschuldet, sondern auch der wachsenden Anzahl Übergewichtiger und nicht zuletzt manchem überzogenen sportlichen Ehrgeiz sowie der mangelnden Vorbereitung auf den Sport. Als Fachärzte für das muskuloskelettale Organsystem ist es unsere Aufgabe, Patienten zu beraten, wie sie sicher und gesund trainieren können. Deshalb wird es im Rahmen des DKOU 2017 auch wieder einen Patiententag geben.

Zur Orthopädie und Unfallchirurgie gehört beides: das Operieren und die konservative Behandlung. Und obwohl die überwiegende Mehrzahl der Patienten nicht operiert wird, sondern in den Praxen der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen versorgt wird, werden die konservativen Inhalte der Orthopädie und Unfallchirurgie nicht mehr angemessen vermittelt und vergütet. Damit es in Zukunft keine massiven Versorgungslücken gibt, müssen die konservativen Inhalte gestärkt werden: ausbildungsmäßig, wissenschaftlich und monetär. Dafür will das bald erscheinende „Weißbuch Konservative Orthopädie und Unfallchirurgie“ sorgen. Es bietet eine strukturierte Übersicht zu allen Inhalten, verweist auf Versorgungs- und Strukturmängel und formuliert Thesen zur Zukunftssicherung und Weiterentwicklung der konservativen Orthopädie und Unfallchirurgie. Erst im vergangenen Jahr ist das „Weißbuch Gelenkersatz“ erschienen.

Die amerikanischen Orthopäden sehen eine ihrer größten Herausforderungen in der wachsenden Opioid-Epidemie. In Deutschland ist dieses Problem weit weniger ausgeprägt, weil wir noch in der Lage sind, Krankheiten ursächlich zu behandeln. Wir haben noch eine hohe Versorgungssicherheit und freien Zugang zu allen medizinischen Leistungen. Das muss auch so bleiben!

Ein Kongress wie der DKOU kommt nicht ohne Mithilfe vieler Unterstützer zustande. Unser Dank geht an unsere zahlreichen Fachgesellschaften, an Intercongress und an alle Kollegen und Mitarbeiter, die mitgeholfen haben, diese einzigartige Veranstaltung auch im Jahr 2017 wieder in der gewohnten Qualität vorzubereiten. Danke für die geleistete Arbeit!

Wir heißen Sie recht herzlich in Berlin willkommen!

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