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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 7, Issue 3, pp 59–59 | Cite as

Präventionsprogramm der Unfallchirurgen: P.A.R.T.Y.

Wie ein Unfall das Leben verändert

  • Therese Reinke
AUS DEN VERBÄNDEN DGU
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Christin Forster war 17, als sie nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall schwerverletzt in der Notaufnahme versorgt werden musste. Danach hatte sich vieles für die junge Frau verändert: Sie musste ihren Alltag im Rollstuhl komplett neu gestalten. Heute erzählt die 20-Jährige anderen Jugendlichen beim Präventionsprogramm der Unfallchirurgen P.A.R.T.Y. davon, wie der Unfall ihr Leben geprägt hat.

Christin Forster zögerte nicht lange, als sie gefragt wurde, ob sie das Präventionsprogramm unterstützen und Schülern über ihre Erfahrungen berichten wollte. P.A.R.T.Y. steht für „Prevent Alcohol and Risk Related Trauma in Youth“. Das Programm stammt aus Kanada und klärt über Verletzungen auf, die durch risikoreiches Verhalten verursacht werden. Christin Forster ist es wichtig, dass Jugendliche für ein verantwortungsbewusstes Handeln sensibilisiert werden.

Vom Rettungswagen auf die Intensivstation

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) veranstaltet jedes Jahr bundesweite P.A.R.T.Y. Wochen. An den Aktionstagen besuchen Schüler eine Unfallklinik in ihrer Region und erleben, wie Schwerverletzte nach einem Verkehrsunfall versorgt werden. Sie erfahren, welche Stationen Unfallopfer durchlaufen: vom Rettungswagen in den Schockraum, von der Intensivstation in die physiotherapeutische Betreuung.

Christin Forster (1. Reihe links) mit Schülern des P.A.R.TY.-Programms im Schockraum des Klinikums rechts der Isar in München

© J. Schmal, Kinikum rechts der Isar in München

Dabei lernen die Schüler auch ehemalige schwerverletzte junge Patienten wie Christin Forster kennen, die über den Unfall und die Zeit danach berichten. Wenn die sympathische, Optimismus ausstrahlende, junge Frau erzählt, wie sehr ein kurzer Moment ihr Leben verändert hat, beeindruckt das die Schüler.

© P.A.R.T.Y.

Verantwortungsbewusstsein schärfen

Die Fragen der Jugendlichen beantwortet Christin Forster offen und ehrlich: Sie berichtet über die Ängste und Sorgen, die sie und ihre Familie hatten, und wie sie damit umging, plötzlich auf die Unterstützung anderer angewiesen zu sein.

Durch die Arbeit im Programm hat Christin Forster mittlerweile ein feines Gespür dafür, wenn sich Freunde und Bekannte in riskante Situationen begeben, beispielsweise mit dem Auto unter Alkoholeinfluss nach Hause fahren wollen. Dann sucht sie das Gespräch und sensibilisiert für die Risiken und Gefahren: „Ich versuche schon, meinen Freunden zu vermitteln, in welchem Zustand sie sich gerade befinden. Ich möchte, dass sie von selbst merken, dass ihr Verhalten Schmarrn ist und sie sich und andere nicht in Gefahr bringen sollten.“

Helfen — auch im Beruf

Der Unfall hat sich auch auf ihren Berufswunsch ausgewirkt. „Ursprünglich wollte ich Krankenschwester werden. Während meiner Zeit im Krankenhaus habe ich dann den Beruf der Orthopädiemechanikerin kennengelernt.“ Die Ausbildung im ersten Lehrjahr macht Christin Forster sehr viel Spaß. Das Schöne an diesem Beruf sei für sie, Patienten, die nach einer schweren Verletzung nur eingeschränkt bewegungsfähig sind, mit orthopädietechnischen Hilfsmitteln effektiv zu helfen. „Zum Beispiel kann bei einer Lähmung eine maßgeschneiderte Orthese das Leben sehr erleichtern“, erzählt sie begeistert.

Therese Reinke

© DGOU

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© Springer Medizin 2017

Authors and Affiliations

  • Therese Reinke
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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