Advertisement

Zeitschrift für Politikwissenschaft

, Volume 28, Issue 2, pp 251–260 | Cite as

Entschuldigen Sie bitte, aber ich habe den Text nicht gelesen!

Fünf didaktische Instrumente zur Steigerung der studentischen Lesecompliance in politikwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen
  • Matthias Freise
Lehre und Forschung

Wer kennt das nicht: Sie haben sich mit größter Mühe auf das Semester vorbereitet, ihre Lehrveranstaltungen minutiös geplant, den Stand der Forschung gründlich aufbereitet und sorgfältig Literatur ausgewählt – und dann sitzen Ihnen im Seminar Woche für Woche Studierende mit trüben Augen gegenüber, die erkennbar die Texte nicht gelesen haben und deshalb keine Ihrer didaktisch ausgefeilten Fragen beantworten können. Das ist in mehrfacher Hinsicht ärgerlich: Die Politikwissenschaft ist nach wie vor in großen Teilen ein Lesestudium, das selbständiges Arbeiten der Lernenden mit wissenschaftlicher Literatur voraussetzt. Wenn Studierende Texte aber nicht bearbeiten und durchdringen können, besteht kaum Aussicht auf einen nachhaltigen Lernerfolg. Zudem degradiert Sie ein solches Verhalten in die Rolle einer Vortänzerin, die Informationen weiterreicht, aber mit den Studierenden nicht in Interaktion treten kann. Eine sinnvolle Diskussion ist ohne angeeignetes Lesewissen in aller Regel nicht...

Sorry, I haven’t done the reading!

Five teaching tools for activating students to work with texts

Literatur

  1. Adler, Mortimer J., und Charles van Doren. 2010. Wie man ein Buch liest. Frankfurt a. M.: Zweitausendeins.Google Scholar
  2. Blum, Daniela. 2017. „Keiner liest…“ Lesekompetenz fördern – ein Modell aus dem Fach Kirchengeschichte. Tübingen: Universität Tübingen.Google Scholar
  3. Brückner, Ulrich. 2011. Europäische Integrationstheorien und ihre Erklärungsleistungen. Studienbrief 2‑010-0105. Brandenburg: Service-Agentur des Hochschulverbundes Distance Learning.Google Scholar
  4. Höpner, Martin. 2008. Ursupation statt Delegation. Wie der EuGH die Binnenmarktintegration radikalisiert und warum er politischer Kontrolle bedarf. MPIfG Discussion Paper 08/12. Köln: Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung.Google Scholar
  5. Höreth, Marcus, und Jörn Ketelhut. 2017. Kompetenz und Grenzüberschreitung. Die supranationale Rechtsprechung vor Gericht. INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft 2017(2):69–80.Google Scholar
  6. Jechle, Thomas. 1995. Überlegungen zur Didaktik des Lehrens mit Texten. In Wissenschaftliche Textproduktion, Hrsg. Eva-Maria Jacobs, Dagmar Knorr, und Sylvie Molitor-Lübbert, 257–274. Frankfurt a. M.: Peter Lang.Google Scholar
  7. Ladenthin, Volker. 2004. Textdidaktik. Über einen angemessenen Umgang mit Texten. In Sprachferne und Textnähe, Hrsg. Volker Ladenthin, 25–56. Würzburg: Königshausen & Neumann.Google Scholar
  8. Lijphart, Arend. 1999. Patterns of democracy: government forms and performance in thirty-six countries. New Haven: Yale University Press.Google Scholar
  9. Rost, Friedrich. 2010. Lern- und Arbeitstechniken für das Studium, 6. Aufl., Wiesbaden: Springer VS.CrossRefGoogle Scholar
  10. Stykow, Petra. 2018. Prüfen und Bewerten in politikwissenschaftlichen Studiengängen. Frankfurt a. M.: Wochenschau Verlag.Google Scholar
  11. Thornton, Stephen. 2015. Promoting information literacy and information research. In Handbook on teaching and learning in political science and international relations, Hrsg. John Ishiyama, Miller, Wiliam, und Eszter Simon, 121–131. Cheltenham: Edward Elgar.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für PolitikwissenschaftWestfälische Wilhelms-UniversitätMünsterDeutschland

Personalised recommendations