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Editorial

Sehr geehrte KollegInnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren!

Zehn Jahre Sonderfach „Kinder- und Jugendpsychiatrie“ und die Schaffung des neuen „Facharztes für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapeutische Medizin“ hat den Vorstand der Fachgesellschaft veranlasst, ein Schwerpunktheft „Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapeutische Medizin“ herauszugeben.

In den letzten Jahren wird das Thema der psychisch kranken Kinder und Jugendlichen zunehmend von der Öffentlichkeit und den zuständigen Institutionen wahrgenommen. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus, Mangelfacherklärung mit konsekutiv vermehrten Ausbildungsplätzen, die Schaffung der Möglichkeit sich als Kinder- und Jugendpsychiater in einer Facharztpraxis niederzulassen sowie der Ausbau der stationären Versorgung sind gute Beispiele für positive Entwicklungen. Allerdings lassen die nach wie vor bestehenden Versorgungsdefizite uns weiter hochaktiv sein. Mangelbedingt gilt es, den ungeheuren Andrang an PatientInnen zu bewältigen [2] und gleichzeitig politisch für den weiteren Ausbau der Versorgung zu kämpfen. Dabei sind unterschiedlichste Widerstände zu bekämpfen, von Seiten der Finanziers, von anderen Sonderfächern, die das Thema Mental Health für Kinder- und Jugendliche als ein Zukunfts- und Einnahmeträchtiges Gebiet für ihr Fach entdeckt haben, und vieles mehr.

Trotz der Jugend unseres Faches können wir heute zufrieden auf unglaublich aktive und erfolgreiche Zeiten in Österreich zurückblicken, dies sowohl in der Entwicklung der Versorgungsstrukturen [6] als auch in der aktiven Forschungslandschaft, die in zahlreichen Publikationen international sichtbar ist [3]. Auch die Integration der Psychotherapie in die Facharztausbildung ist ein großer Fortschritt [4]. Trotz eines erfolgreichen Rückblickes darf die düstere Vorgeschichte unseres Faches während der NS-Zeit nicht übersehen werden [1]. Gerade im Hinblick auf diese Geschichte ist die Basierung unserer Tätigkeiten auf den Menschenrechten resp. Kinderrechten zwingend [5]. Darüber hinaus bedarf es genau ausgewogener und reflektierter Organisationsstrukturen der KJP-Institutionen, damit sich in Zukunft diese tragischen Ereignisse nicht wiederholen können [8].

Dieses Heft soll aber auch einen Ausblick in die näherer Zukunft ermöglichen und – wie dies im Abschluss des Zukunftsartikels [7] versucht wird – eine Vision beinhalten, deren Umsetzung wir mit aller Kraft in den nächsten 10 Jahren erreichen wollen.

Leonhard Thun-Hohenstein

Andreas Karwautz

Literatur

  1. Thun-Hohenstein L. Die Geschichte der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Österreich – Der Versuch der Zusammenschau einer langen Entwicklung. Neuropsychiatrie. 2017;31(3). doi:10.1007/s40211-017-0236-z.

  2. Fuchs M, Karwautz A. Epidemiologie psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen: Eine narrative Übersichtsarbeit unter Berücksichtigung österreichischer Daten. Neuropsychiatrie. 2017;31(3). doi:10.1007/s40211-017-0238-x.

  3. Karwautz A, Lipuš CF, Fuchs M. Forschungsschwerpunkte in der Österreichischen Kinder- und Jugendpsychiatrie – 2007 bis 2017. Neuropsychiatrie. 2017;31(3). doi:10.1007/s40211-017-0234-1.

  4. Resch F. Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie – Ein Rundblick. Neuropsychiatrie. 2017;31(3). doi:10.1007/s40211-017-0239-9.

  5. Berger E, Paar C. Menschenrechtsmonitoring im Kinder- und Jugendbereich. Neuropsychiatrie. 2017;31(3). doi:10.1007/s40211-017-0244-z.

  6. Hartl C, Karwautz A. Zehn Jahre Kinder- und Jugendpsychiatrie in Österreich: ein neues ärztliches Sonderfach in den Strukturen des Gesundheitswesens. Neuropsychiatrie. 2017;31(3). doi:10.1007/s40211-017-0235-0.

  7. Thun-Hohenstein L, Fliedl R, Sevecke K, Karwautz A. Zukunft der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Österreich. Neuropsychiatrie. 2017;31(3). doi:10.1007/s40211-017-0242-1.

  8. Fliedl R, Sevecke K. Zur Psychodynamik von Organisation und Kooperation in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Neuropsychiatrie. 2017;31(3). doi:10.1007/s40211-017-0247-9.

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Thun-Hohenstein, L., Karwautz, A. Editorial. Neuropsychiatr 31, 85–86 (2017). https://doi.org/10.1007/s40211-017-0243-0

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