"Nichts ist so beständig wie der Wandel" wusste schon der Grieche Heraklit. Doch ist die Transformation, in der sich die Automobilwirtschaft aktuell befindet, weder alltäglich noch auf den ersten Blick für alle beherrschbar. Bei einer großen Anzahl an Unternehmen in Deutschland ändern sich das bis dato sehr erfolgreiche Geschäftsmodell und bestehende Wertschöpfungsketten grundlegend. Viele neue Marktakteure, insbesondere aus dem asiatischen Raum, sowie neue politische Rahmenbedingungen, wie durch den US Inflation Reduction Act, erschweren den Erhalt oder Ausbau der eigenen Position am Standort Deutschland. Mit dem technologischen Wandel hin zur Elektromobilität müssen sich Unternehmen, die bisher im verbrennungsmotorischen Antriebsstrang erfolgreich waren, neu erfinden, innovative Produkte entwickeln sowie neue Geschäftsfelder und Kundensegmente erschließen. Durch die Digitalisierung werden zudem neue Möglichkeiten in der Verknüpfung von Daten eröffnet, vom Batteriepass über die CO2-Bilanzierung in der Produktion bis hin zu neuen digitalen Diensten, aber auch erhöhte Anforderungen an Sicherheit und Datenanalyse gestellt. Und bei alledem ist der Faktor Mensch zentral: Die Belegschaft muss mitgenommen, neue Kompetenzen erlernt und die Bereitschaft für den persönlichen Wandel jedes Einzelnen geschaffen werden. Diese disruptiven Veränderungen geschehen parallel und binden hohe finanzielle und personelle Ressourcen.

Wie gelingt es also, die Transformationsfähigkeit eines einzelnen Unternehmens, seiner Mitarbeitenden und einer gesamten Branche zu erhöhen und im komplexen Wandel zu bestehen? Ein Lösungsbaustein ist Netzwerkarbeit, bei der vor allem auch kleinere und mittlere Unternehmen profitieren, indem Stärken gebündelt und finanzielle Risiken verringert, technologische Entwicklungen beschleunigt sowie gemeinsame Weiterbildungsmodule entwickelt werden können.

In Baden-Württemberg setzt zum Beispiel die Landeslotsenstelle Transformationswissen BW hier an, indem sie mittelständischen Zuliefererunternehmen und dem Kfz-Gewerbe in der Transformation eine Wissensbasis bietet, um strategische Entscheidungen vorzubereiten und diese mit den Qualifizierungs- und Beratungsleistungen umzusetzen. Der Cluster Elektromobilität Süd-West eröffnet im nächsten Schritt den Zugang zu einem breiten und spezialisierten Netzwerk mit über 200 Akteuren aus Forschung und Entwicklung. Aktuell entsteht darüber hinaus unter Leitung der Landesagentur e-mobil BW mit vier weiteren Partnern durch Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz der Transformations-Hub Scale-up E-Drive. Der Hub ist bundesweite Anlaufstelle für Unternehmen des elektrischen Antriebsstrangs, um Potenziale zu erkennen, Marktchancen zu ergreifen und geeignete Kooperationspartner zu finden. Über diesen Weg kann gemeinsam Wandel gelingen.