Liebe Leserin, lieber Leser,

"wenn man nichts Nettes zu sagen hat, soll man den Mund halten", das wusste schon Klopfer, der kleine Hase aus Disneys Zeichentrickfilm Bambi. Das ist zugegebenermaßen eine kindliche Logik und im Alltag, besonders als Medienschaffender, schwer umzusetzen, ich will es dennoch versuchen.

Wasserstoff ist eine Lösung, aber nicht die einzige. Dessen war sich die Mehrzahl der Experten auf dem Internationalen Wiener Motorensymposium sicher. Das einfache Molekül selbst kann und muss als Energieträger eingesetzt werden. Darüber hinaus macht es elektrische Energie speicher- und transportfähig und bildet so die Grundlage für jede weitere Nutzung - zum Beispiel in Form von E-Fuels. Das Stichwort in diesem Zusammenhang lautet systemische Effizienz. Damit gemeint ist, dass Energie - je nach Anwendung und Erzeugung - möglichst wenig gewandelt werden soll. Ist es also möglich, elektrischen Strom aus erneuerbaren Quellen direkt zu verwenden, dann sollte man das in jedem Fall tun. Allerdings wird das auf langen Strecken ebensowenig funktionieren wie in industriellen Anwendungen, im Schiffsverkehr, in der Luftfahrt und in der Bestandsflotte. Hier werden Energiespeicher auf Molekülbasis benötigt, also gasförmige oder flüssige, und für all jene ist Wasserstoff zumindest die Basis, wenn nicht der Energieträger der Wahl. Bei seiner Erzeugung entstehen Verluste, das ist korrekt, ebenso bei der Weiterverarbeitung und letzten Endes natürlich auch bei der Wandlung zurück in Strom oder thermische Energie. Dem Prinzip der systemischen Effizienz widerspricht das nicht, solange es keine andere Möglichkeit gibt.

Damit ist auch weiterhin die Technologieoffenheit das oberste Gebot, und es wird auch klar, dass nicht jeder Hersteller alle technologischen Pfade beschreiten muss, um in Zukunft erfolgreich sein zu können. Jeder wird seinen Platz finden, was die Grabenkämpfe verschiedener Technologieverfechter eigentlich obsolet macht.

In einer sauberen Kreislaufwirtschaft basierend auf grünem Strom, CO2 aus der Luft und eben Wasserstoff sind wir in der Lage, alle Sektoren mit den nötigen Energieträgern zu versorgen. Ich finde, das sind gute Nachrichten, oder wie Klopfer sagen würde: "etwas Nettes".

Ich wünsche viel Vergnügen bei der Lektüre dieser Ausgabe der MTZ.

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Marc Ziegler

Stellvertretender Chefredakteur