Advertisement

JOT Journal für Oberflächentechnik

, Volume 58, Issue 4, pp 14–15 | Cite as

Lackindustrie blickt positiv auf 2018

  • Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.
Aus der Branche VdL-Wirtschaftspressekonferenz
  • 7 Downloads
Während das Jahr 2017 für die deutsche Lack- und Druckfarbenindustrie durchwachsen war, fällt die Prognose des VdL für 2018 trotz steigender Rohstoffpreise positiv aus: Es wird mit einem Wachstum von ein Prozent und einem Umsatzplus von drei Prozent gerechnet.

© VdL

Auf der diesjährigen Pressekonferenz präsentierte der VdL seine aktuellen Wirtschaftszahlen und informierte über Entwicklungen an den Rohstoffmärkten. Von links nach rechts: Dr. Martin Engelmann, Hauptgeschäftsführer, Klaus Meffert, Präsident, Christoph Maier, Abteilungsleiter Wirtschaft und Finanzen.

Hinter der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie liegt ein ausgesprochen durchwachsenes Geschäftsjahr. Ungeachtet der positiven wirtschaftlichen Rahmendaten erreichte das Jahr 2017 allenfalls durchschnittliche Ergebnisse, so lautet das Resümee des Verbands der Deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.?V. (VdL) auf ihrer diesjährigen Pressekonferenz am 19. Februar. Der Absatz von Lacken, Farben und Druckfarben reduzierte sich insgesamt um 1,4 Prozent auf 1,7 Millionen Tonnen, auch wenn der Umsatz mit 0,2 Prozent leicht anstieg.

Der Absatz von Industrielacken folgte der guten Marktlage der stark exportorientierten Branchen wie dem Maschinenbau und der Elektroindustrie. Hier konnte ein Mengenzuwachs von rund 1 Prozent erzielt werden. Insgesamt wurden damit 569.000 Tonnen Industrielacke im Wert von 3 Milliarden Euro in Deutschland abgesetzt.

Die Bautenfarben konnten hingegen vorerst nicht von der guten Baukonjunktur in Deutschland profitieren. Neben den Dispersions- und Innenwandfarben ging die Nachfrage auch bei den Bautenlacken und Lasuren deutlich zurück — es wurde in der Menge insgesamt 1,5 Prozent weniger eingekauft. Der Umsatz stagnierte bei 1,7 Milliarden Euro. Auch bei den Druckfarben ging der Absatz im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 5 Prozent zurück, das sind in Deutschland 271.000 Tonnen bei einem Umsatz von 705 Millionen Euro. Import und Export bleiben fast unverändert: Der Export verbucht ein leichtes Plus von 1,2 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro, der Import wuchs um 1,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro für Farben, Lacke und Druckfarben. Für 2018 rechnet die Industrie mit einem leichten Wachstum von jeweils rund 3 Prozent im Wert beziehungsweise 1 Prozent in der Menge. Für das Jahr 2018 erwartet der VdL eine moderate Belebung der Absatz- und Mengenzahlen. Die gut laufende Konjunktur im industriellen Sektor werde andauern, hier seien Zuwächse von über 2 Prozent in Sicht. Auch bei den Bautenfarben werde eine leichte Belebung des Geschäfts prognostiziert.

Steigende Rohstoffpreise gefährden das Wachstum

Hemmschuh für die Konjunktur in der Lack- und Druckfarbenindustrie sind die Rohstoffpreise. So erreichten die Einkaufspreise bei Pigmenten im Herbst 2017 Höchststände, beim unverzichtbaren Weißpigment Titandioxid verschärfen Lieferengpässe die Situation zusätzlich. Lösemittel sind im Vergleichszeitraum Sommer 2016 um rund 15 Prozent teurer geworden. Der Preis für Titandioxid ist seit Sommer 2016 sogar um knapp 40 Prozent gestiegen. Beim Pigment Zinkstaub stellt sich die Situation ähnlich dar, hier müssen die Produzenten von Lacken und Farben seit Herbst 2017 über 20 Prozent mehr als noch im Sommer 2016 zahlen.

Solche Preissteigerungen lassen sich nicht kompensieren. Die Kosten konnten die Unternehmen zumindest teilweise an die Kunden weitergeben und Preiserhöhungen durchsetzen. Eine Stabilisierung der Rohstoffpreise ist nicht in Sicht: Zu Beginn des neuen Jahres sind die Rohstoffpreise weiter gestiegen und die verfügbaren Mengen, zum Beispiel bei Titandioxid, weiter verknappt worden.

© VdL, CHEM Research

Marktentwicklung: Rückblick 2017 und Prognose 2018

Noch gar nicht berücksichtigt ist dabei die Diskussion um eine Einstufung des Weißpigments Titandioxid im Rahmen des Gefahrstoffrechts. Der Widerstand gegen das Einstufungsverfahren ist mittlerweile laut und europaweit zu vernehmen. Bis zu 90 Prozent der auf dem Markt befindlichen Farben und Lacke wären betroffen, fast 2 Millionen Tonnen Farben und Lacke im Wert von knapp 6 Milliarden Euro.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2018

Authors and Affiliations

  • Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V.
    • 1
  1. 1.Frankfurt am MainDeutschland

Personalised recommendations