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Vitamin-B12-Mangel frühzeitig erkennen und behandeln

_ Ein Vitamin B12-Mangel führt unbehandelt nicht nur zur Anämie, sondern langfristig auch zu neurologischen Symptomen. Die Diagnose sollte frühzeitig erfolgen, um das Potenzial einer parenteralen oder hochdosierten oralen Substitution nutzen zu können.

Vitamin-B12-Mangelsymptome sind nach Aussage von Professor Karlheinz Reiners, Oberarzt und Leiter der Neuromuskulären Spezialambulanz an der Neurologischen Klinik des Hermann-Josef-Krankenhauses Erkelenz, häufig heterogen und unspezifisch. Umso wichtiger sei es deshalb, bestimmte Krankheitsmuster zu erkennen. Hellhörig werden sollte man bei einer Kombination aus internistischen, neurologischen und psychiatrischen Symptomen, die sich innerhalb von Wochen bis Monaten entwickelt haben und für die es keine andere sinnvolle Erklärung gibt.

Eine Besonderheit sei das gleichzeitige Auftreten peripherer und zentraler Sensibilitätsstörungen. Während periphere neurologische Defizite von den Patienten oft als socken- und handschuhförmige Gefühlsstörung mit den Qualitäten „taub“, „eingeschlafen“ oder „kribbelnd“ beschrieben werden, wird eine Schädigung der Hinterstränge im Rückenmark oft als Einengungsgefühl („Manschette“) in den oberen oder unteren Extremitäten wahrgenommen. Besonders gefährdet für einen Vitamin-B12-Mangel sind laut Reiners Menschen mit speziellen Diäten (Vegetarier, Veganer, forcierte Kalorienreduktion), Raucher, Schwangere, Senioren, Diabetiker sowie Patienten mit längerer Säureblockermedikation.

Bei rechtzeitigem Erkennen und Behandeln der Vitamin-B12-Untersversorgung sind nicht nur die Symptome rückläufig, sondern auch der Befund im MRT. „Das macht wirklich Mut, eine solche Mangelsituation zu entdecken und zu therapieren“, so der Neurologe.

Entgegen früherer Annahme ist eine effektive Substitutionstherapie selbst bei Malabsorption auch auf oralem Wege möglich, sofern das Vitamin ausreichend hoch dosiert wird (ein- bis zweimal 1.000 μg/Tag, z. B. mit B12 Ankermann®). Auf diese Weise können auch Problempatienten (Spritzenphobie, wenig Arztkontakte) wirksam behandelt werden. In Studien erwiesen sich beide Applikationsformen als ebenbürtig [Bolaman Z et al. Clinical Therapeutics 2003; 25: 12 ; Kuzminski AM et al. Blood 1998; 92 (4): 1191–8]. Die gute Verträglichkeit des Präparates rechtfertige im Zweifelsfall auch eine probatorische Therapie.

Literatur

  • 6. Vitamin-B12-Symposium „Wissen, was Nerven bewahrt“, 6.5.2017, München; Veranstalter: Wörwag Pharma

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Utzt, MJ. Vitamin-B12-Mangel frühzeitig erkennen und behandeln. DNP 18, 47 (2017). https://doi.org/10.1007/s15202-017-1753-0

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