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, Volume 6, Issue 5, pp 60–60 | Cite as

Praxisverändernde Ergebnisse zum kolorektalen Karzinom präsentiert

  • Sebastian StintzingEmail author
aktuell
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Auch dieses Jahr wurden Studienergebnisse präsentiert, die die Behandlungspraxis des kolorektalen Karzinoms (CRC) verändern werden.

Mit Spannung wurden Ergebnisse einer Subgruppenanalyse der adjuvanten IDEA-Studie erwartet: Betrachtet wurden die CRC-Patienten im Stadium II nach UICC („Union Internationale Contre le Cancer“) mit Risikofaktoren (T4, < 12 Lymphknoten, Notfall-OP, Ileus, Perforation). Dabei handelte es sich um eine Analyse von > 3.200 Patienten, die drei oder sechs Monate mit FOLFOX oder CapOx behandelt wurden. Das Ergebnis: Die krankheitsfreien 3-Jahres-Überlebensraten waren vergleichbar zur Gruppe der UICC-Stadium-III-Patienten. Die Nichtunterlegenheit für die drei- gegenüber einer sechsmonatigen Therapie insgesamt konnte nicht bewiesen werden, für die Subgruppe der mit CapOx behandelten Patienten wurde in der explorativen Analyse jedoch die Nichtunterlegenheit nachgewiesen. Bei mit FOLFOX behandelten Patienten war die sechsmonatige der dreimonatigen Therapie überlegen. Zusammenfassend gilt auch für Patienten mit UICC II und Risikofaktoren: Eine adjuvante Therapie mit CapOx kann über drei Monate durchgeführt werden. Bei der Gabe des infusionalen FOLFOX-Regimes sollte weiterhin eine sechsmonatige Therapiedauer in Abhängigkeit der auftretenden Toxizitäten geplant werden [Iveson T et al. ASCO 2019; Abstr 3501].

In der FOxTROT-Studie wird die Frage nach der Effektivität der neoadjuvanten Therapie mit 5-Fluorouracil (5-FU) plus Oxaliplatin (OxFU) bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem (UICC II/III) CRC gestellt. Randomisiert verglichen wurde bei 1.050 Patienten eine sechswöchige neoadjuvante Therapie mit OxFU gefolgt von 18 Wochen adjuvanter OxFU-Therapie mit dem Standard: 24 Wochen adjuvant OxFU. Die krankheitsfreie- 2-Jahres-Überlebensrate wurde durch die neoadjuvante Therapie nicht verbessert (13,6 % vs. 17,2 %; Hazard Ratio [HR] 0,75; p = 0,07). Der primäre Endpunkt wurde damit knapp verfehlt. Dennoch zeigten sich ein geringeres Risiko bei einer R1- oder R2-Resektion sowie deutlich kleinere Tumoren im experimentellen Arm.

Prof. Dr. med. Sebastian Stintzing

© Klinikum der Universität München

„Für UICC-II-Patienten mit Risikofaktor sollte FOLFOX über sechs Monate, CapOx über drei Monate gegeben werden.“

Bei Patienten mit nicht resezierbarem metastasiertem CRC führt der Einsatz von FOLFOXIRI plus Bevacizumab (Beva) gefolgt von einer geplanten Erhaltungstherapie (ET) mit 5-FU plus Beva und einer Re-Eskalation mit FOLFOXIRI plus Beva zum Zeitpunkt eines Progresses zu einem signifikant bessern Überleben. Dies zeigt ein Update der TRIBE2- Studie [Cremolini C et al. ASCO 2019; Abstr 3508]. Die Zeit bis zum zweiten Progress (primärer Endpunkt der Studie) war im FOLFOXIRI-Arm signifikant länger (16,4 vs. 19,1 Monate; HR 0,74; p < 0,001). Auch die Daten zum OS zeigten, trotz weniger Ereignisse, eine Verbesserung (22,6 vs. 27,6 Monate; HR 0,81; p = 0,033). Bei Patienten mit BRAF-Mutationen (n = 66) war kein Vorteil durch FOLFOXIRI gegenüber FOLFOX (jeweils mit Beva) zu erkennen. Dies steht im Widerspruch zur aktuellen ESMO-Empfehlung. In diesem Kontext werden die Daten der BEACON-Studie die Therapie von BRAF mutierten Tumoren verändern.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hamatologie, Onkologie und Tumorimmunologie (CCM) - ChariteUniversitatsmedizin BerlinBerlinDeutschland

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