Naturnahe Heilmittel bieten — oft als Ultima Ratio — Patienten mit funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen eine therapeutische Reserve, die von der Schulmedizin erst allmählich gewürdigt wird. Speziell die Heilerde aus Friedrichsdorf zeichnet sich durch eine hohe Säurebindung, Eignung zur Entgiftung und Diät-unterstützung aus. Die strukturellen Grundlagen für die Eignung als Heilmittel erläuterte Dr. Jochen Kalbe, Kalbe Innovation GmbH in Besigheim-Ottmarsheim. Der Chemiker unterschied drei Phasen in der Luvos® Heilerde: 23 % Karbonate — der Schlüssel zur Säurebindung, 30 % anionische Silikate — das Detox-Potenzial sowie 4 2% Silikate mit einer hohen Bindefähigkeit etwa für Cholesterin.Für die in offenen Studien geprüfte Wirkung auf die Symptomatik funktioneller Magen- oder Darmerkrankungen komme vor allem die erste Phase der Heilerde infrage.

Prof. Dr. Bernhard Uehleke, Abteilung Naturmedizin der Charité, Chefarzt am Immanuel-Hospital Berlin, stellte zwei Beobachtungsstudien mit dieser Heilerde vor, die von seinem Haus federführend betreut worden waren. Danach besserte sich in einer sechswöchigen Studie sowohl die Symptomatik der funktionellen Dyspepsie (FD) wie auch des Reizdarms (IBS) — gemessen am Nepean Dyspepsia Index um 43 % resepektive 47 %. Dieser Wert liegt über dem üblichen Placeboniveau. Ebenfalls verbesserten sich die Lebensqualität und Symptomatik von Patienten mit einer nicht erosiven Refluxkrankheit (NERD), gemessen an den Patientenprotokollen, bereits nach zwei Wochen deutlich: 51,1 % der Patienten beurteilten den Therapieerfolg mit „sehr gut“, 28,6 % mit „gut“.

Ähnlichen gut sind die Ergebnisse einer offenen Studie an Patienten mit Histamin-Intoleranz, die Dr. Julia Kleinhenz, Allgemeinärztin mit Schwerpunkt Naturheilkunde in Walluf, vortrug. Eingeschlossen wurden 27 Patienten, die im Durchschnitt seit 560 Tagen an einer entsprechenden Symptomatik litten, und die trotz oft limitierender Diäten in ihrer Lebensqualität deutlich eingeschränkt waren. Die Patienten erhielten dreimal täglich 6,5 g Luvos® Heilerde über drei Wochen. Die Symptomatik und Lebensqualität wurde nach zehn Tagen in einer Mittelvisite und zu Studienende kontrolliert. Es zeigten sich in beiden Bereichen überraschend gute Ergebnisse, wie Kleinhenz erläuterte. Die meisten Patienten konnten ihre Diätpläne modifizieren, vier Patienten beendeten die Diät.

Diese Ergebnisse seien im Sinne einer Evidence-based Medicine als „Hinweise“ zu werten. Die „Option Heilerde“ sei für die betreffenden Patienten allerdings oft nach langer Krankheitskarriere so etwas wie eine Erlösung, wie Uehleke und Kleinhenz übereinstimmend resümierten.