Advertisement

Gastro-News

, Volume 5, Issue 3, pp 65–65 | Cite as

Zielgerichtete Modulation des Darmmikrobioms

Risiko einer Clostridium-difficile-Infektion senken

  • Yvette Zwick
infopharm

Zu den Aufgaben des Darmmikrobioms zählen die Unterstützung der Verdauung, die Immunabwehr, die Regulation des zentralen und enterischen Nervensystems sowie die Adaptation an Kälte. Dabei ist die Zusammensetzung des Mikrobioms abhängig von Ernährung, Allgemeinzustand und Genetik. Faktoren wie Stress, Infektionen und Antibiotikagaben können die physiologische Darmbarriere derart verändern, dass sich pathogene Keime, darunter Clostridien, ausbreiten können. Jeder zweite Patient, der Antibiotika erhält, erleidet eine antibiotikaassoziierte Diarrhö und jeder 100. Krankenhausaufenthalt führt zu einer Infektion mit Clostridium (C.) difficile [Gao XW et al. Am J Gastroenterol 105 (2010):1636 – 41; RKI: C. difficile (Stand 2016)].

Risikofaktoren sind Alter, Immunsuppression, gastrointestinale Grunderkrankungen, Dauer der Antibiotikatherapie und Hospitalisierung. Prof. Joachim Labenz, Siegen, plädierte daher bei Durchfall bei stationärem Aufenthalt und Antibiotikaeinsatz für eine frühzeitige und adäquate Diagnostik und sachgerechte Intervention.

Labenz präsentierte Daten einer randomisierten, placebokontrollierten, doppelblinden Studie mit 255 hospitalisierten Patienten, die Antibiotika einnahmen, die ein hohes Risiko für eine C. difficile-Infektion (CDI) in sich bergen. Es zeigte sich, dass die kombinierte Einnahme von Lactobacillus acidophilus CL1285, Lactobacillus casei LBC80R und Lactobacillus rhamnosus CLR2 (Innovall® CDI; in Deutschland voraussichtlich ab Mai 2018 für Patienten mit C. difficile-assoziierter Diarrhö und antibiotikaassoziiertem Durchfall erhältlich) zu einer signifikanten Risikoreduktion einer CDI von 95 % sowie von Dauer und Inzidenz antibiotikaassoziierter Durchfälle führte. Der Effekt war dosisabhängig [Gao XW et al. Am J Gastroenterol 105 (2010):1636–41]. Langzeitresultate an mehr als 44.000 Patienten bestätigten, dass die Inzidenz einer Infektion mit diesen Sporenbildnern bei Verabreichung genannter Bakterienstämme parallel zur Antibiotikatherapie über einen Zeitraum von zehn Jahren dauerhaft niedrig gehalten werden konnte: Die Infektionsrate mit C. difficile sank signifikant um 73 %; rezidivierende CDI verringerten sich um 39 % [Maziade PJ et al. CID 60 (suppl 2): 2015:144 – 7].

So ist laut Labenz die zielgerichtete Gabe mikrobiologischer Mittel, die sich bereits bei der Behandlung von Patienten mit Reizdarmsyndrom oder symptomatischer unkomplizierter Divertikelkrankheit etabliert haben, auch zur Verringerung des Risikos einer C. difficile-assoziierten Diarrhö sinnvoll. Je früher man mit Probiotika beginnt, desto größer der Effekt.

Literatur

  1. Satellitensymposium „Modulation des Darm-mikrobioms — von der Pathophysiologie zu neuen Therapiekonzepten“, 124. DGIM-Kongress 2018 am 14.4.2018 in Mannheim (Microbiotica GmbH)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Yvette Zwick
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations