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Coronavirus

2019-nCoV-Pneumonie ähnelt radiologisch SARS und MERS

Infektionen mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV zeigen typische Befunde in der Thorax-Computertomografie. Sie ähneln den Bildern, die von SARS und MERS bekannt sind. Es gibt aber auch Unterschiede.

Die Thorax-CT-Bilder von 21 symptomatischen, nachgewiesenermaßen mit 2019-nCoV infizierten Patienten hat ein Team von chinesischen und US-amerikanischen Radiologen retrospektiv analysiert (Chung M et al. Radiology 2020 online). Sie stießen auf Befunde, die für diese Form der viralen Pneumonie typisch sind:

  1. Befall von mehr als einem Lappen (15 Patienten/71 Prozent);

  2. Milchglastrübungen (12 Patienten/57 Prozent);

  3. Trübungen mit gerundeter Morphologie (7 Patienten/33 Prozent);

  4. Befunde überwiegend in der Lungenperipherie (7 Patienten/33 Prozent);

  5. Konsolidierungen mit Milchglastrübungen (6 Patienten/29 Prozent);

  6. Crazy-Paving-Muster (4 Patienten/19 Prozent).

Beim Crazy-Paving-Muster überlagern Milchglastrübungen verdickte Interlobärsepten und intralobuläre Verdichtungen, es entsteht das Bild irregulär angeordneter polygonaler Pflastersteine.

Typisch für die Thorax-CT von 2019-nCoV-Patienten ist fernerhin, welche Befunde hier nicht zu sehen sind: Es fehlen Kavitationen, Knötchen, Pleuraergüsse und vergrößerte Lymphknoten.

Drei der 21 Patienten wiesen bei der Erstuntersuchung in der CT einen Normalbefund auf. Einer davon zeigte im CT drei Tage später eine einzelne gerundete Milchglastrübung im rechten Lungenunterlappen. Womöglich stellt das bei manchen Patienten die radiologische Erstmanifestation der 2019-nCoV-Infektion dar. Ein weiterer dieser Patienten blieb auch in der Folge-CT unauffällig. Das Radiologenteam um Hong Shan von der Sun-Yat-sen-Universität in Zhuhai betont daher, die Thorax-CT sei nicht 100-prozentig sensitiv, negative Befunde schlössen die Infektion nicht sicher aus - vor allem nicht in der Frühphase.

Die Infektion mit 2019-nCoV hat in der Thorax-CT einiges mit den Coronavirusinfektionen SARS und MERS gemeinsam. Dazu zählen etwa die Milchglastrübungen und Konsolidierungen, ebenso die Dominanz von Befunden in der Peripherie und das Crazy-Paving-Muster.

Es gibt aber auch Unterschiede: 2019-nCoV ist häufiger mit multifokalem Befall assoziiert, während SARS typischerweise mit unifokalen Befunden einhergeht. Bei MERS wiederum äußert sich der Befall der Lunge in einem basilären und subpleuralen Muster. Jedenfalls in der vorliegenden Studie mit 2019-nCoV-Patienten war jedoch keine lobäre oder kraniokaudale Verteilung zu erkennen.

Quelle: Chung M et al. CT Imaging Features of 2019 Novel Coronavirus (2019-nCoV). Radiology. 2020; https://doi.org/10.1148/radiol.2020200230

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Bublak, R. 2019-nCoV-Pneumonie ähnelt radiologisch SARS und MERS. Pneumo News 12, 48 (2020). https://doi.org/10.1007/s15033-020-1801-x

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