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Pneumo News

, Volume 7, Issue 5, pp 61–61 | Cite as

Künstliche Beatmung zu Hause: Modellprojekt ausgezeichnet

  • Urban & Vogel
aktuell
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Wenn ein künstlich beatmeter Patient aus der Klinik nach Hause geht, ist das für Ärzte und Pfleger eine Herausforderung. Nun werden in einem Modellprojekt neue Versorgungskonzepte erprobt, das einen Preis erhielt.

Sie sind noch recht neu in der ambulanten Versorgung, aber es werden immer mehr: Sie leiden an einer Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), an neuromuskulären Erkrankungen, einer Querschnittslähmung, einem Schlaganfall, Parkinson oder Multipler Sklerose. Sie sind auf künstliche Beatmung angewiesen und leben trotzdem in ihrer häuslichen Umgebung. „Bis vor wenigen Jahren waren diese Patienten nur im Krankenhaus. Mittlerweile gehen sie direkt von der Intensivstation in die Häuslichkeit“, sagt der Pneumologe Dr. Eckehard Frisch vom Berliner Centrum für Gesundheit (CfG), ein Ärztezentrum der AOK Nordost.

Doch die ambulante Versorgung stößt bei diesen Patienten oft an ihre Grenzen. „Ärztliche Versorgung von außerklinisch beatmeten Patienten findet im Wesentlichen durch Hausärzte, punktuell durch Fachärzte statt, welche kaum Erfahrung im Bereich der außerklinischen Beatmung haben. Damit sind die Patienten gemessen an der Schwere und Komplexität ihrer Erkrankung unterversorgt“, so Frisch. Das führt laut AOK Nordost dazu, dass Betroffene wieder stationär eingeliefert werden müssen. Nach Frischs Angaben gibt es auch viele, die länger beatmet werden als nötig. Die Krankenkasse hat daher mit Frisch einen Modellversuch mit dem Titel „Praxis für außerklinische Beatmung“ gestartet. Dieses Projekt hat die Deutsche Interdisziplinäre Gesellschaft für Außerklinische Beatmung (DIGAB) nun mit dem 1. Preis für das „Beste Abstract“ ausgezeichnet. Das auf 2 Jahre angelegte Projekt soll die Therapie der beatmeten Patienten durch Hausbesuche von Spezialisten verbessern. Mindestens einmal pro Quartal kommen ein Pneumologe und eine Atmungstherapeutin zu den Patienten. Zudem sind sie Werktagen für Patienten, Angehörige und andere Beteiligte erreichbar. Auch wenn nicht genug Windeln da sind oder der Rolli kaputt ist, kümmert sich das Team. Dabei legt Frisch Wert auf die Zusammenarbeit mit Hausarzt, Logopäden, Physiotherapeuten, Pflege und Hilfsmittellieferanten. „Wir sind kein Ersatz für den Hausarzt, sondern eine Ergänzung. Wir sehen uns als Unterstützung und versuchen die Versorgung als Teamspiel aufzustellen“, so Frisch. Oft geht es auch um die Versorgung am Lebensende. Da ist es von Vorteil, dass Frisch auch Palliativmediziner ist.

Quelle

  1. SAPV; Ärzte Zeitung, 3.9.2015Google Scholar

Copyright information

© Urban & Vogel 2015

Authors and Affiliations

  • Urban & Vogel

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