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CardioVasc

, Volume 18, Issue 2, pp 55–55 | Cite as

Herzstillstand in der Klinik nachts und am Wochenende besonders ungünstig

  • Heinrich Holzgreve
Literatur kompakt

Die Prognose von Patienten, die in der Klinik einen Herzstillstand erleiden, hat sich zwar gebessert, bleibt aber ungünstiger, wenn diese Katastrophe nachts und am Wochenende auftritt.

Zwischen 2000 und 2014 wurden in 470 US-Kliniken 151.071 plötzliche Herzstillstände registriert. Davon ereigneten sich 79.091 (52,4 %) zwischen 23 und 7 Uhr an normalen Werktagen oder an Wochenenden, also außerhalb der üblichen Dienstzeiten.

Bei einem Herzstillstand am Tag konnten 64,7 % der Patienten erfolgreich reanimiert und 20,6 % auch aus der Klinik entlassen werden, während die Raten nachts und an Wochenenden mit 60,2 % und 16,8 % signifikant (p = 0,001) niedriger lagen (Tab. 1). Allerdings verbesserten sich alle Ergebnisse zwischen 2000 und 2014 deutlich und signifikant (p = 0,001; Tab. 1). Der Unterschied bei den Überlebensraten zwischen Tag bzw. Nacht und an Wochenenden blieb aber relativ und absolut konstant.

Tab. 1

Reanimationen und Klinikentlassungen nach Herzstillstand

 

tagsüber

nachts und Wochenende

erfolgreiche Reanimationen insgesamt

64,7 %

60,2 %

im Jahr 2000

56,1 %

46,9 %

im Jahr 2014

71,0 %

68,2 %

Klinikentlassungen insgesamt

20,6 %

16,8 %

im Jahr 2000

16,0 %

11,9 %

im Jahr 2014

25,2 %

21,9 %

Kommentar

Die Hälfte aller Herzstillstände erfolgt nachts oder an Wochenenden. Es ist wiederholt für verschiedene Erkrankungen festgestellt worden, dass in diesem Zeitbereich die medizinische Versorgung in Kliniken schlechter ist. Dafür ist eine Vielzahl von Faktoren verantwortlich, wie z. B. eine quantitativ und qualitativ geringere Anwesenheit von Ärzten und Pflegern. Das Überleben setzt in ganz besonderem Maß voraus, dass das Ereignis unverzüglich erkannt und der Patient optimal reanimiert wird.

Es ist höchst erfreulich, dass die Behandlung des Herzstillstands innerhalb von 15 Jahren deutlich verbessert werden konnte. Doch selbst innerhalb von Kliniken, dem bestmöglichen Ort für ein derart schlimmes Ereignis, liegt die Überlebensrate nur bei 20 bis 25 %. Da bleibt viel Raum für kritische Analysen, die Optimierung der technischen und ärztlichen Handlungsabläufe und die Fortbildung des gesamten, auch nachts verfügbaren Personals.

Prof. Dr. med. Heinrich Holzgreve

Literatur

  1. Ofoma UR et al. Trends in Survival After In-Hospital Cardiac Arrest During Nights and Weekends. J Am Coll Cardiol. 2018;71:402–411CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Heinrich Holzgreve
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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