CardioVasc

, Volume 18, Issue 2, pp 52–52 | Cite as

Hypertonie: Schlechtere Prognose bei Therapieresistenz

  • Walter Zidek
Literatur kompakt
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Zur prognostischen Bedeutung der therapieresistenten Hypertonie wurden in der Vergangenheit divergente Daten publiziert. Die vorliegende Studie ist daher von besonderem Interesse.

Es handelt sich um eine Kohortenstudie mit Daten der Swedish Primary Care Cardiovascular Database aus den Jahren 2006 bis 2012 (Hypertoniker mit einem Mindestalter von 30 Jahren, 32.282 Hypertoniker, 4.317 therapieresistent, mittlere Beobachtungsdauer 4,3 Jahre). Die Therapieresistenz war als ein Blutdruck von mindestens 140/90 mmHg trotz Therapietreue bei drei oder mehr Antihypertensiva definiert. Patienten mit kardiovaskulären Begleiterkrankungen waren ausgeschlossen. In der therapieresistenten Gruppe fanden sich mehr Frauen (61 %), mehr Ältere (70 vs. 66 Jahre) und mehr Diabetiker (30 % vs. 20 %; p < 0,001 für alle Parameter).

Abb. 1 zeigt die relative Inzidenz verschiedener Prognoseparameter bei Therapieresistenz im Verhältnis zu Hypertonikern insgesamt. Sowohl die Gesamtmortalität als auch die kardiovaskuläre Mortalität waren in der therapieresistenten Gruppe signifikant erhöht, ebenso die hypertonietypischen kardiovaskulären Erkrankungen wie Angina pectoris, Herzinsuffizienz und Schlaganfall.

Relative Mortalität und Inzidenz hypertonietypischer kardiovaskulärer Endorganschäden bei therapieresistenten Hypertonikern im Vergleich zu allen Hypertonikern.

Nach Holmqvist L et al. J Hypertens. 2018;6:402–409

Kommentar

Diese Studie zeigt, dass die Prognose speziell bei dieser schwer einstellbaren Gruppe von Patienten stark eingeschränkt ist. Darüber hinaus unterstreicht die Studie, dass die Hypertoniebehandlung bei therapieresistenter Hypertonie offenbar keine „Blutdruckkosmetik“ ist.

Auch wenn diese Studie keine Daten über den Einfluss einer adäquaten Behandlung auf die Prognose enthält, wissen wir aus anderen Untersuchungen, dass eine adäquate Blutdruckeinstellung die kardiovaskuläre Prognose dieser Patienten verbessert. Daher sollten diese Zahlen ein Ansporn sein, in dieser Gruppe von Patienten besondere therapeutische Anstrengungen zu unternehmen.

Prof. Dr. med. Walter Zidek

Literatur

  1. Holmqvist L et al. Cardiovascular outcome in treatment-resistant hypertension: results from the Swedish Primary Care Cardiovascular Database (SPCCD). J Hypertens. 2018;36:402–409CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Walter Zidek
    • 1
  1. 1.Medizinische Klinik IVCharité Universitätsmedizin BerlinBerlinDeutschland

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