Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 5, pp 70–70 | Cite as

Mammakarzinom: Mit Gruppentherapie gegen Körperschemastörungen

  • Barbara Kreutzkamp
Supportivtherapie Literatur kompakt
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Nach einer überstandenen Brustkrebsbehandlung leiden manche Patientinnen auch nach längerer Zeit noch unter einer Körperschemastörung. Ihnen kann durch eine Gruppentherapie mit geleiteten expressiven Vorstellungsübungen gut geholfen werden.

Störungen in der Körperwahrnehmung und der Lebensqualität nach Brustkrebsbehandlungen lassen sich durch gruppentherapeutische Interventionen und geleitete Vorstellungsübungen gut behandeln. Entsprechende Therapieangebote können in Brustkrebszentren sowie Praxen ohne großen Aufwand etabliert werden.

Zu diesem Schluss kommen die Forscher einer Studie mit einer speziell für dieses Setting entwickelten 8-Wochen-Intervention zur Wiederherstellung der Körperakzeptanz nach Brustkrebsbehandlung. Einbezogen in die prospektive Studie waren 194 Brustkrebspatientinnen mit posttherapeutischen Körperschemastörungen und sexuellen Interaktionsproblemen mit und ohne antidepressive Medikation. Sie wurden randomisiert einer 8-wöchigen manualbasierten Gruppentherapie mit 1-mal wöchentlich stattfindenden, durch Psychologen geleiteten 90-Minuten-Sitzungen oder einer Standardbegleitung mit schriftlichen Aufklärungsangeboten zugeteilt.

Die gruppentherapeutische Intervention umfasste Übungen und Interaktionen, die helfen sollten, neue Selbstbilder und Möglichkeiten für das persönliche Wachstum zu entwickeln. Alle Teilnehmerinnen absolvierten in regelmäßigen Abständen eine standardisierte Fragebogenbatterie zu Körperwahrnehmung, Sexualfunktion und Lebensqualität.

Nach 1 Jahr berichteten die Frauen der Interventionsgruppe im Vergleich zu den Frauen in der Kontrollgruppe über signifikant weniger Sorgen über ihre körperliche Erscheinung, Stigmatisierungen und krebskrebsspezifischen Befürchtungen (jeweils p < 0,01). Die brustkrebsspezifische Lebensqualität war ebenfalls signifikant besser, bei der sexuellen Funktion ergaben sich dagegen keine Gruppenunterschiede.

Fazit: Frauen mit Körperschemastörungen nach einer Brustkrebsbehandlung hilft eine gruppentherapeutische Intervention mit psychotherapeutisch geleiteten Imaginationsübungen und Interaktionen.

Psychologische Unterstützung hilft Frauen nach Brustkrebsoperation, ihren Körper wieder zu mögen.

© Chris Rogers/iStock/Thinkstock (Symbombild mit Fotomodell

Literatur

  1. Esplen MJ et al. Restoring body image after cancer (ReBIC): results of a randomized controlled trial. J Clin Oncol. 2018;36(8):749–56.CrossRefGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Barbara Kreutzkamp
    • 1
  1. 1.

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