Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 5, pp 69–69 | Cite as

mCRC: Differenzialtherapie nach Primarius-Lokalisation

  • Ute Ayazpoor
Gastroonkologie Kongressbericht
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Seit einigen Jahren wird diskutiert, dass die Seitigkeit und der Mutationsstatus des kolorektalen Primärtumors prognostisch und prädiktiv bedeutsam sind. Wie aber die individuell „richtige“ Therapieentscheidung treffen?

Nach Ralf Hofheinz, Mannheim, sind gerade in diesem Zusammenhang Metaanalysen hilfreich. So habe eine 2017 veröffentlichte Metaanalyse gezeigt, dass rechtsseitige Primarien mit einer schlechten Prognose korreliert sind [Arnold D et al. Ann Oncol. 2017;28(8):1713-29]. Die Analyse basierte auf Daten der Studien CRYSTAL, FIRE-3, CALGB 80405, PRIME, PEAK und 20050181. Von 2.159 der in den Studien behandelten 5.760 Patienten (37,5 %) war die Seitigkeit und der RAS-Status des Primärtumors bekannt. 515 Primärtumoren waren rechts- und 1.644 links-hemikolisch.

Hinsichtlich der prädiktiven Bedeutung fand man für links-hemikolische Tumorlokalisationen einen signifikanten Nutzen für eine Chemotherapie plus gegen EGFR gerichtete Therapie sowohl hinsichtlich des Gesamtüberlebens (OS; Hazard Ratio [HR] 0,75; 95 %-Konfidenzintervall [95 %-KI] 0,67–0,84) als auch des progressionsfreien Überlebens (PFS; HR 0,78; 95 %-KI 0,70–0,87). Dabei sprachen linksseitige Tumoren im Trend besser an, aber auch die Ansprechrate rechtsseitiger Tumoren war in der Kohorte der mit anti-EGFR-therapierten Patienten höher. So betrug die Odds Ratio für linksseitige Tumoren 2,12 (1,77–2,55) und für rechtsseitge 1,47 (0,94–2,29). Die Forscher um Arnold folgerten dann auch, dass mCRC-Patienten mit rechtsseitigen RAS-Wildtyp-Primärtumoren eine schlechtere Prognose hinsichtlich OS, PFS und objektiver Ansprechrate haben als diejenigen mit linksseitigen Primarien. Und: Chemotherapie plus anti-EGFR-Therapie sei zwar auch bei rechtsseitigen Tumoren effektiver als eine Chemotherapie allein bzw. Chemotherapie plus Bevacizumab, zeige aber die größte Wirkung bei linksseitigen Primärtumoren.

Antiangiogene Add-on-Therapie für Subgruppen?

Patienten mit RAS-mutierten Tumoren hätten eine besonders schlechte Prognose, so Hofheinz. Legt man das Ergebnis der VELOUR-Studie zugrunde, dann steigen ihre Chancen auf ein längeres Überleben, wenn sie mit einer antiangiogenen Therapie — in diesem Fall Aflibercept — als „add on“ zur Standardtherapie behandelt werden. Laut Hofheinz wurde für die Studie aus dem Tumormaterial von 666 der in VELOUR behandelten 1.226 Patienten die RAS- und BRAF-Gene mittels NGS („next generation sequencing“) untersucht und der Aflibercept-Effekt geprüft. Die Ergebnisse der Biomarker-Subgruppenanalyse waren repräsentativ für die gesamte Intent-to-Treat(ITT)-Population. „Interessanterweise zeigten Patienten mit einer BRAF-Mutation einen besonderen Effekt durch den VEGF-Trap“, so Hofheinz. In Übereinstimmung mit einer Metaanalyse [Hofheinz RD et al. Gastroenterol Res Pract. 2016;2016:9189483] scheinen nach der retrospektiven Subgruppenauswertung neben den Patienten mit BRAF-mutierten Tumoren auch die mit RAS- bzw. KRAS-Wildtyp-Tumoren besonders deutlich zu profitieren [Wirapati P et al. WCGIC. 2017; Abstr LBA-005].

Vormerken: Onkologie Update 2019

Das 14. Onkologie-Update-Seminar findet am 25. und 26. Januar 2019 in Berlin sowie am 1. und 2. Februar 2019 in Mainz statt.

Unter der Leitung von Prof. Lothar Kanz, Tübingen, Prof. Carsten Bokemeyer, Hamburg, und Prof. Andreas Neubauer, Marburg, selektieren, referieren und kommentieren Experten wieder die wichtigsten im letzten Jahr in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften publizierten Ergebnisse klinischer Studien. Im Nachgang des Seminars sind als ideale Ergänzung auch alle Vortragspräsentationen als pdf-Download zugänglich.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://onko-update.com.

Literatur

  1. Bericht vom Onko Update 2018 vom 16. bis 17. Februar 2018 in Mainz.Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Ute Ayazpoor
    • 1
  1. 1.

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