Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 5, pp 51–51 | Cite as

5 Kriterien zur Diagnose von Melanoma in situ

  • Beate Schumacher
Dermatoonkologie Literatur kompakt
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5 dermatoskopische Merkmale könnten die Frühdiagnose von Melanomen verbessern: Sie lassen ein Melanoma in situ vermuten.

Für die Entdeckung von Melanomen per Auflichtmikroskopie gibt es eine Reihe von Kriterien. In Studien, aus denen sich diese Merkmale ableiten, wurden aber meistens Patienten mit fortgeschrittenen Melanomstadien einbezogen. Dermatologen haben nun die Aussagekraft einer großen Zahl von dermatoskopischen Merkmalen zur Diagnose von Melanoma in situ (MIS) geprüft.

Bei der vergleichenden Beurteilung von MIS und anderen pigmentierten Hautläsionen fanden sie insgesamt 5 Eigenschaften, die verdächtig auf ein MIS waren:
  • unregelmäßig hyperpigmentierte Bereiche

  • „prominent skin markings“ (PSM)

  • atypisches Pigmentnetzwerk

  • Regressionszonen

  • abgewinkelte Linien.

Auflichtmikroskopische Aufnahmen von 1.285 pigmentierten Hautläsionen mit bekannter histopathologischer Diagnose wurden jeweils getrennt von 3 Dermatologen beurteilt, die keine Kenntnis von den Ergebnissen hatten. Unter den 5 Merkmalen, die sich in einer multivariablen Analyse als Indikatoren für ein MIS herausstellten, waren die beiden aussagekräftigsten unregelmäßig hyperpigmentierte Bereiche und ausgedehnte Regression (in mehr als 50?% der Läsionsoberfläche): Waren sie vorhanden, war die Wahrscheinlichkeit für ein MIS um das 5,4- bzw. 4,7-Fache erhöht. Bei den unregelmäßig hyperpigmentierten Bereichen handelt es sich um dunkelbraune oder schwarze kleine Bereiche in zentralen Teilen der Läsion mit einer unregelmäßigen Form, die keinem der bisher bekannten Merkmale (Punkte, Globuli, Blotches) zugeordnet werden können. Mit PSM beschreibt man gerade das Mal durchlaufende Furchen. Sie sind heller pigmentiert als die Umgebung und typischerweise an den Extremitäten zu finden.

Sollten zusätzlich frühe invasive Melanome erkannt werden, erwiesen sich unregelmäßige Blotches („Tintenflecken“) als weiterer Indikator. Ging es darum, MIS von exzidierten atypischen Nävi zu differenzieren, waren nur noch unregelmäßig hyperpigmentierte Areale und PSM hilfreich (MIS 4,3- und 2,7-mal so wahrscheinlich).

Fazit: Unregelmäßig hyperpigmentierte Bereiche, Prominent Skin Markings, ein atypisches Pigmentnetzwerk, Regressionszonen und abgewinkelte Linien erwiesen sich als Indikatoren für ein Melanoma in situ.

Literatur

  1. Lallas A et al. Accuracy of Dermoscopic Criteria for the Diagnosis of Melanoma In Situ. JAMA Dermatol. 2018;154(4):414–9.CrossRefGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Beate Schumacher
    • 1
  1. 1.

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