Advertisement

Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 5, pp 46–46 | Cite as

Effektivität von S-1 und Docetaxel beim vorbehandelten NSCLC vergleichbar

  • Sophie Christoph
Pneumoonkologie Literatur kompakt
  • 62 Downloads

Das fortgeschrittene NSCLC stellt trotz neuer Behandlungsoptionen, wie zielgerichteter und Immuntherapien, eine Herausforderung dar. In einer Phase-III-Studie fand sich kein Unterschied in der Effektivität von S-1 und Docetaxel beim vorbehandelten NSCLC.

S-1 ist eine orale Wirkstoffkombination aus Tegafur (FT, ein Prodrug von 5-Fluorouracil [5-FU]), Gimeracil (hemmt den Abbau von 5-FU) und Oteracil (soll die gastrointestinale Toxizität begrenzen, indem es die Aktivierung von 5-FU im Darm verhindert).

In der randomisierten, kontrollierten EAST-LC-Studie (East Asia S-1 Trial in Lung Cancer) wurde S-1 (80–120 mg/d, je nach Körperoberfläche [KOF]; an Tag 1–28 in 6-wöchigem Zyklus) mit der Standardtherapie Docetaxel (60–75 mg/m2; an Tag 1 eines 3-wöchigen Zyklus) bei 1.154 asiatischen Patienten mit fortgeschrittenem nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) verglichen, die mit ≥ 1 platinbasierten Protokoll vorbehandelt waren. Es bestand kein statistischer Unterschied zwischen der S-1- und der Docetaxel-Gruppe hinsichtlich Patientenzahl (n = 577) und -charakteristika. Ebenso war kein signifikanter Unterschied im Hinblick auf Gesamtüberleben (OS, median 12,75 vs. 12,52 Monate), progressionsfreies Überleben (PFS) und Ansprechrate (8,3 vs. 9,9 %) zwischen den Behandlungen zu verzeichnen.

Die Hazard Ratio für das OS betrug 0,945 und die obere Grenze des 95 %-Konfidenzintervalls lag mit 1,073 unter der im Vorfeld festgelegten Grenze von 1,2 – S-1 erwies sich somit als nicht unterlegen.

Der allgemeine Gesundheitszustand (gemessen am EORTC QLQ-C30) war in der S-1-Kohorte besser. Appetitlosigkeit (50,4 %), Übelkeit (36,4 %), Diarrhö (35,9 %), kutane Hyperpigmentierung (31,3 %) und Stomatitis (23,4 %) waren im S-1-Arm häufiger, während Neutropenie (54,8 %), Leukozytopenie (43,9 %) und Alopezie (46,6 %) im Docetaxel-Arm zahlreicher auftraten.

In den westlichen Ländern wird S-1 deutlich seltener eingesetzt als z. B. in Japan. Aufgrund von genetischen Polymorphismen — u. a. im CYP2A6-Gen, welches für das Enzym kodiert, das FT zu 5-FU umwandelt — könnte S-1 bei kaukasischen Patienten mit höherer gastrointestinaler Toxizität einhergehen. Die Datenlage hierzu ist unzureichend.

Auch gibt es Bemühungen, die S-1-Aktivität zu steigern, z. B. durch Kombination mit Substanzen wie TAS-114, die den 5-FU-Abbau hemmen. Eine globale Phase-II-Studie mit vorbehandelten NSCLC-Patienten hierzu läuft derzeit.

Fazit: S-1 als Zweit- oder Drittlinientherapie des vorbehandelten, fortgeschrittenen NSCLC unterscheidet sich hinsichtlich OS, PFS und Ansprechrate nicht gegenüber Docetaxel.

Literatur

  1. Nokihara H et al. Randomized controlled trial of S-1 versus docetaxel in patients with non-small-cell lung cancer previously treated with platinum-based chemotherapy (East Asia S-1 Trial in Lung Cancer). Ann Oncol. 2017;28(11):2698–706.CrossRefPubMedPubMedCentralGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Sophie Christoph
    • 1
  1. 1.

Personalised recommendations