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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 5, pp 44–44 | Cite as

EGFR-Test im Blut statt im Lungenkrebsgewebe

  • Friederike Klein
Pneumoonkologie Literatur kompakt

Ist der Mutationsstatus des epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors (EGFR) aus dem Tumorgewebe von Patienten mit fortgeschrittenem nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) nicht eruierbar, scheint die „Liquid Biopsy“ eine Alternative zu sein.

Auch beim Lungenkrebs gewinnt die Liquid Biopsy an Stellenwert.

© Shawn Hempel / Fotolia

Dass ein solcher Bluttest machbar und vergleichbar zuverlässig ist wie eine Testung im Tumorgewebe, belegt eine prospektive Studie, in der untersucht wurde, ob eine aus peripherem Blut aufgereinigte zirkulierende freie DNA (cfDNA) als Surrogat zur Selektion von EGFR-Tyrosinkinaseinhibitoren (EGFR-TKI) geeignet ist.

Dazu sammelten die Untersucher Blutproben von 1.138 Patienten, bei denen kein Biopsat vorlag oder das Tumorgewebe für die Analyse nicht ausreichte. 1.033 Patienten wiesen bei Diagnose ein fortgeschrittenes NSCLC auf (1.026 auswertbar), 105 nach Progress unter einem EGFR-TKI. Aus 10 ml Serum und Plasma wurde die cfDNA in einem zentralen Labor aufgereinigt und EGFR-Mutationen detektiert und quantifiziert.

Von den therapienaiven Patienten − 56 % Männer, zwei Drittel aktuelle oder frühere Raucher — fanden sich bei 113 (11 %) sensibilisierende EGFR-Mutationen. In dieser Subgruppe waren Frauen, Nichtraucher sowie Patienten mit Exon-19-Deletionen häufiger zu finden. Die Häufigkeit der verschiedenen EGFR-Mutationen war der Verteilung bei Analysen von Biopsien vergleichbar. Bei 31 Patienten konnte nur im Plasma, bei 11 nur im Serum die EGFR-Mutation festgestellt werden. Eine hohe Mutationslast fand sich eher im Plasma und häufiger bei Exon-19-Deletionen. Mehr als die Hälfte der Proben wies < 10 pg mutierte Genome/μl auf mit Allelfraktionen unter 0,25 %. Von 18 Patienten, die alleine aufgrund der EGFR-Positivität im Bluttest mit EGFR-TKI behandelt worden waren, sprachen zu 72 % auf diese Therapie an, das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 11 Monaten. Damit entsprachen die Behandlungsergebnisse denen bei Mutationsnachweis im Tumorgewebe.

Von den unter TKI rezidivierten Patienten wiesen 35,2 % eine p.T790M-Resistenzmutation auf — weniger als in anderen Untersuchungen. Möglicherweise ist der verwendete Test hier nicht spezifisch genug.

Fazit: Ist ein Test auf EGFR-Mutationen im Tumorgewebe nicht möglich, können diese auch im Blut nachgewiesen werden, um Patienten für eine EGFR-TKI-Therapie auszuwählen.

Literatur

  1. Mayo-de-las-Casas C et al. Large scale, prospective screening of EGFR mutations in the blood of advanced NSCLC patients to guide treatment decisions. Ann Oncol. 2017;28(9):2248–55.CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Friederike Klein
    • 1
  1. 1.

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