Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 5, pp 27–27 | Cite as

Hochrechnung: Positiver Trend bei Krebsmortalität hält an

  • Peter Leiner
Allgemeine Onkologie Literatur kompakt
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Hochrechnungen auf der Basis von Daten der WHO und von Eurostat zufolge nimmt die Sterberate im Zusammenhang mit den wichtigsten Tumorarten in der Europäischen Union weiter ab.

In ihren Berechnungen fokussierten sich die Wissenschaftler auf Karzinome des Magens, Kolorektums, Pankreas, Uterus sowie von Lunge, Brust, Ovarien, Prostata, Blase und auf Leukämie. Sie beschränkten sich auf die Daten aus Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien und Großbritannien sowie auf die Gesamtangaben für Europa und deckten den Zeitraum zwischen 1970 und 2012 ab. Die Vorhersagen wurden für das Jahr 2018 gemacht und mit den dokumentierten Werten aus dem Jahr 2012 verglichen.

Den Berechnungen zufolge werden im Jahr 2018 765.000 Männer und 617.000 Frauen in den 6 Ländern an den Folgen einer der berücksichtigten Krebsarten sterben, insgesamt etwa 1,38 Millionen Krebstote. Im Jahr 2012 seien es etwa 1,33 Millionen gewesen (Anstieg von 3,6 %). Die altersstandardisierte Rate beträgt bei Männern 128,9 und bei Frauen 83,6 pro 100.000. 2012 lagen die Werte bei 143,8 (Männer) bzw. 88,0 pro 100.000 (Frauen). Das bedeutet, dass die Raten bis Ende 2018 um 10,3 bzw. 5 % gesunken sein werden.

Die Forscher erwarten bei Männern mit Lungenkrebs eine Abnahme der Sterberate um 13,0 %, bei Frauen einen Anstieg um 5,8 %. Insgesamt 183.100 Männer und 94.500 Frauen werden an den Folgen von Lungenkrebs sterben. Die Krebserkrankung mit den zweithäufigsten tumorbedingten Sterbefällen ist das kolorektale Karzinom mit mehr als 177.000 Toten. Bei Männern liegt die Rate bei 15,8 und bei Frauen bei 9,2 pro 100.000 (Abnahme um 6,7 % bei Männern, um 7,5 % bei Frauen). Bei Brustkrebs ist eine Abnahme der Sterberate um 9,5 % seit 2012 zu verzeichnen. Beim Prostatakarzinom liegt die Reduktion bei 8,5 %, bei Männern mit Magenkarzinom bei 19 %, bei Frauen bei 17,1 %. Die Situation beim Pankreaskarzinom stabilisiert sich nur in der Gruppe der Männer, mit einer Rate von 5,6 pro 100.000 steigt diese jedoch bei den Frauen (plus 2,8 % seit 2012). Auch bei Patienten mit Karzinomen des Uterus, der Ovarien und der Blase oder mit Leukämie sehen die Forscher eine Abnahme der krebsbedingten Sterberate voraus.

Dass die krebsbedingte Sterberate sinkt, ist bei Männern vor allem auf die Entwicklung bei Lungenkrebs seit den 1980er-Jahren und von Magenkrebs über den gesamten Zeitraum zurückzuführen, wie die Forscher berichten. Anders bei Frauen: Da sind vor allem die Entwicklungen bei Brustkrebs, kolorektalem Karzinom und Magenkrebs die treibende Kraft beim Rückgang der Mortalität. Die durch Lungenkrebs bedingte Sterberate hingegen nahm stetig zu. Anhand der Daten wird deutlich, dass die darmkrebsspezifische Sterberate in der EU seit 1993 abgenommen hat, bei Frauen über den gesamten Untersuchungszeitraum. Die Wissenschaftler vermuten, dass unter anderem die vermehrte Anwendung von Acetylsalicylsäure vor allem zur kardiovaskulären Prävention die Darmkrebsinzidenz gesenkt hat. Zudem habe es Fortschritte in der Therapie von Patienten mit kolorektalen Karzinomen gegeben. Schließlich habe auch das effektivere Screening dazu beigetragen, die Darmkrebsinzidenz und -mortalität zu senken.

Fazit: Die Forscher prognostizieren für 2018 kontinuierlich sinkende Krebsmortalitätsraten in Europa. Ausnahmen sind Pankres- und Lungenkrebs bei Frauen.

Literatur

  1. Malvezzi M et al. European cancer mortality predictions for the year 2018 with focus on colorectal cancer. Ann Oncol. 2018; https://doi.org/10.1093/annonc/mdy033.Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Peter Leiner
    • 1
  1. 1.

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