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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 5, pp 14–14 | Cite as

Urin- und Serumtest für High-Grade-Prostatakarzinome

  • Thomas Müller
Uroonkologie Literatur kompakt
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Ein kombinierter Urin- und Serumtest kann offenbar sehr präzise ein High-Grade-Prostatakarzinom erkennen. Er hat sogar eine höhere Sensitivität als eine Biopsie. Die Spezifität lässt aber zu wünschen übrig.

Derzeit wird ein Test mit multiplen Markern entwickelt, der einen gefährlichen Prostatatumor mit hoher Sensitivität und Spezifität erkennen soll. Er misst die Expression von 10 Genen im Serum und im Urin, die mit der Progression und Metastasierung von Prostatatumoren einhergehen. Zudem fließen PSA-Wert, Prostatagröße, Alter, Ethnie und weitere Risikofaktoren mit ein.

Nun wurde untersucht, ob mithilfe des Tests High-Grade- von Low-Grade-Tumoren unterschieden werden können. Konkret ging es darum, Tumoren mit einem Gleason-Score von mindestens 3+4 zu erkennen. 306 Prostatakarzinompatienten ohne Hinweis auf Metastasen hatten sich nach einer positiven Prostatabiopsie (mind. 3+3 Punkte) für eine Prostatektomie entschieden. Analysiert wurde, wie häufig der Test einen aggressiven Tumor andeutet und wie oft ein solcher nach der Prostatektomie nachgewiesen werden kann. Zudem wurden die Testresultate mit denen der Biopsie verglichen. Ergebnis: Die Sensitivität des Tests scheint höher zu sein als die der Biopsie.

Die Urin- und Serumentnahme erfolgte erst 2–3 Monate nach der Biopsie, um Auswirkungen des Eingriffs auf die Messwerte zu vermeiden. Den Resultaten der Stanzbiopsie zufolge hatten knapp 30 % der Patienten einen Wert von 3+3, 40 % einen von 4+3, 16 % einen von 3+4 und die übrigen einen Wert von ≥ 8 Punkten. Nach der Prostatektomie musste der Gleason-Wert bei 27 % der Patienten nach oben und bei 12 % nach unten korrigiert werden. Dies betraf vor allem die 90 Patienten mit einem 3+3-Score. Von ihnen wurden 58 (64 %) hochgestuft. Umgekehrt ließen sich nur 13 der Patienten mit einem Gleason-Score von mindestens 7 auf 3+3 herabstufen. Die Biopsie scheint also häufiger die Aggressivität eines Prostatatumors zu unter- als zu überschätzen.

Bezogen auf die Biopsieresultate berechneten die Forscher für ihren Test eine Sensitivität von 88–95 %, je nachdem, welchen Schwellenwert sie verwendeten. Bezogen auf die Prostatektomiebefunde war die Sensitivität mit 92–97 % noch höher, sie war damit auch signifikant höher als die der Biopsie mit 78 %.

Da allen untersuchten Patienten aufgrund der Biopsieergebnisse ein riskanter Tumor attestiert worden war, ließ sich die Spezifität für den neuen Test in dieser Studie nicht ermitteln. Untersuchungen bei Patienten mit erhöhten PSA-Werten deuteten auf eine recht niedrige Spezifität von 39–45 % hin.

Fazit: Der untersuchte Urin- und Serumtest hat eine hohe Sensitivität für High-Grade-Tumoren.

Literatur

  1. Albitar M et al. Prostatectomy-based validation of combined urine and plasma test for predicting high grade prostate cancer. Prostate. 2018;78(4):294–9.CrossRefPubMedGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Thomas Müller
    • 1
  1. 1.

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