Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 4, pp 81–81 | Cite as

Metastasiertes Harnblasenkarzinom: Was kommt nach der Immuntherapie?

  • Silke Wedekind
Uroonkologie Kongressbericht
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Immuncheckpointinhibitoren bieten Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom eine neue Therapieoption. Nicht zuletzt aufgrund der guten Verträglichkeit und hohen Akzeptanz bei den Patienten dürfte die Immuntherapie ein neuer Standard in der Zweitlinie werden.

Dennoch sind Patienten, die lange auf eine Immuntherapie ansprechen und einen Überlebensvorteil erfahren, immer noch in der Minderheit, sodass weiterhin Bedarf an neuen Therapieansätzen besteht“, betonte Martin Bögemann, Essen. Drei Strategien sind derzeit seiner Ansicht nach besonders vielversprechend: gegen FGFR („fibroblast growth factor receptor“) gerichtete Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI), die Angiogenesehemmung mit Ramucirumab sowie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate.

Für FGFR-TKI spricht, dass etwa 10–15 % der Patienten mit muskelinvasivem und 50–60 % der Patienten mit nicht-muskelinvasivem Karzinom Veränderungen des Rezeptors aufweisen [Dieci MV et al. Cancer Discov. 2013;3(3):264-79]. Zudem besteht keine wesentliche Überlappung zwischen FGFR-markerpositiven Patienten und Patienten mit hoher PD-L1-Expression. In der laufenden, offenen Phase-II-Studie BLC2001 wurde bei Patienten mit FGFR-Veränderungen unter der gut verträglichen kontinuierlichen Therapie mit Erdafitinib (8 mg/Tag) eine objektive Ansprechrate (ORR) von 42 % und in 75 % der Fälle eine Tumorschrumpfung beobachtet [Loriot Y et al. J Clin Oncol. 2018;36(Suppl 6S):Abstr 411]. „Das Potenzial des TKI soll jetzt in der Phase-III-Studie THOR bei vorbehandelten Patienten vor und nach einer Therapie mit PD-1/PD-L1-Inhibitoren getestet werden“, so Bögemann.

Als vielversprechend erscheint auch die Angiogenesehemmung mit Ramucirumab. In der Phase-III-Studie RANGE wurde unter Docetaxel plus Ramucirumab bei Patienten mit platinrefraktärem, fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom ein signifikant längeres progressionsfreies Überleben erreicht (p = 0,0118) [Petrylak DP et al. Lancet. 2017;390(10109):2266-77].

Auch verschiedene Antikörper-Wirkstoff-Konjugate wie Enfortumab vedotin befinden sich in der klinischen Entwicklung, weisen allerdings eine relativ hohe Toxizität auf. Sie könnten aber in Zukunft zusammen mit der Kombination Docetaxel/Ramucirumab als Salvagetherapie-Optionen eingesetzt werden.

„Insgesamt ist die Pipeline gut gefüllt, und in der nahen Zukunft dürften einige vielversprechende Substanzen zugelassen werden, die auch bei mehrfach vorbehandelten Patienten und nach Immuntherapien eingesetzt werden können“, so Bögemann.

Literatur

  1. Bericht vom 33. Deutschen Krebskongress vom 21. bis 24. Februar 2018 in Berlin.Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Silke Wedekind
    • 1
  1. 1.

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