Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 4, pp 47–47 | Cite as

Individuelle Impfung gegen das Mammakarzinom

  • Friederike Klein
Gynäkoonkologie Kongressbericht
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Beim Mammakarzinom ist die Immuntherapie mittels Checkpointblockade bislang nicht so erfolgreich wie bei anderen Tumoren. Möglicherweise ist die individualisierte Vakzinierung erfolgversprechender.

Eine solche gezielte Vakzinierung ist möglich aufgrund von Neoepitopen, die spezifisch für Mammakarzinome sind. Wie Marcus Schmidt, Mainz, erläuterte, lassen sich mittels Next-Generation-Sequencing (NGS) nicht synonyme somatische Mutationen detektieren. Bei der Eignung der Neoepitope für eine Poly-Neoepitop-Vakzine muss auch die jeweilige MHC-I- und -II-Bindung der Epitope berücksichtigt werden, um eine effektive Immunantwort auszulösen. Als vielversprechendes Beispiel nannte Schmidt mRNA-Vakzine. Dabei wird die poly-neoepitope mRNA-Vakzine mit Teilen des Neoantigens in dendritische Zellen aufgenommen und im Zytoplasma in das mutierte Peptid übersetzt, das am C-Terminus vom Proteasom verkürzt und ins endoplasmatische Reticulum transportiert wird. Dort findet die Beladung von MHC-I-Molekülen mit dem mutierten Peptid statt, die CD8-T-Zell-Antwort wird eingeleitet. Über den endosomalen Weg gelangen die Neoantigene an die Zelloberfläche und werden von MHC-Klasse-II-Molekülen präsentiert, was zur CD4-Aktivierung führt [Türeci Ö et al. Clin Cancer Res. 2016;22(8):1885-96].

Beim malignen Melanom zeigte eine solche Vakzine bereits eine immunologische Wirksamkeit [Sahin U et al. Nature. 2017;547(7662):222-6]. Derzeit untersucht das von der Europäischen Union geförderte Konsortium MERIT (Mutanome Engineered RNA Immuno-Therapy) in Proof-of-Concept-Studien mRNA-Vakzinen auf Basis einer vorgehaltenen Vakzin-Grundausstattung. Die spezifischen Antigene des Patienten werden per NGS detektiert, die individuelle Vakzine mit der mRNA dieser Neoantigene nach Bedarf produziert. In einer Phase-I/II-Studie wird derzeit der Einsatz beim tripel-negativen Mammakarzinom geprüft. Dabei werden eine tumorspezifische, aber nicht auf die Neoantigene eines einzelnen Patienten abgestimmte, sowie eine personalisierte Vakzine untersucht.

Literatur

  1. Bericht vom 33. Deutschen Krebskongress vom 21. bis 24. Februar in BerlinGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Friederike Klein
    • 1
  1. 1.

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