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Im Focus Onkologie

, Volume 21, Issue 4, pp 33–33 | Cite as

Antiemese: Pluspunkte für Prävention mit Fixkombination

  • Peter Leiner
Supportivtherapie Literatur kompakt
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Eine Dreifachkombination aus der oralen Fixkombination Netupitant plus Palonosetron und Dexamethason ist der Dreifachkombination mit Aprepitant, Granisetron und Dexamethason zur Prävention von chemotherapieinduzierter Übelkeit und Erbrechen (CINV) bei Patienten mit hochemetogener Cisplatin-basierter Chemotherapie nicht unterlegen. Dies geht aus einer Phase-III-Studie hervor.

Als Fixkombination sind der Neurokinin-1-Rezeptorantagonist Netupitant und der Serotonin-Rezeptorantagonist Palonosetron in der EU seit 2 Jahren zur CINV-Prävention zugelassen. Chinesische, deutsche und schweizerische Onkologen haben diese Kombination jetzt mit einem Standardregime aus Aprepitant und intravenös verabreichtem Granisetron verglichen, jeweils mit begleitender oraler Dexamethason-Therapie an den Tagen 1–4.

Ziel der Studie war es, die Nichtunterlegenheit einer einmaligen oralen Gabe der Fixkombination 1 Stunde vor einem Chemotherapiezyklus mit der Standardprävention über 3 Tage zu prüfen. Primärer Endpunkt war ein komplettes Ansprechen (keine Emesis/keine Notfallmedikation) über einen Zeitraum bis zu 120 Stunden. An der Studie nahmen 828 Krebspatienten mit einem ECOG-Performancestatus von 0–2 teil. Die häufigsten Tumorarten waren Lungenkarzinome (58,3 %) und Kopf-Hals-Tumoren (6,6 %), die am häufigsten verabreichten Chemotherapeutika außer Cisplatin waren Gemcitabin, Pemetrexed, Docetaxel, Etoposid und Fluorouracil. Der Grad der Übelkeit wurde anhand der visuellen Analogskala beurteilt (0–100 mm, 0 = keine Übelkeit), und zwar an den Tagen 2 und 6.

Die einmalige Behandlung mit der Fixdosis plus Dexamethason war einer Behandlung mit dem Aprepitant-basierten Regime nicht unterlegen. Die Rate kompletten Ansprechens lag in der Gruppe mit der Fixdosis bei 73,8 %, in der Vergleichsgruppe bei 72,4 % (95 %-Konfidenzintervall -4,5–7,5).

Die Inzidenz unerwünschter Wirkungen — am häufigsten traten Obstipation und Singultus auf — war in beiden Studienarmen ähnlich (58,1 vs. 57,5 %). Die Forscher weisen aber darauf hin, dass in der Gruppe mit der Fixkombination signifikant mehr Patienten keine Rescue-Medikation benötigten (96,6 vs. 93,5 %). Einschränkend erinnern sie daran, dass der Anteil der Frauen in dieser Studie nur knapp 30 % betragen habe. Bekanntlich ist weibliches geschlecht ein Risikofaktor für CINV.

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Fazit: In dieser Phase-III-Studie war die Fixkombination Netupitant plus Palonosetron einer Therapie mit Aprepitant plus Granisetron, jeweils plus Dexamethason, im Hinblick auf die Prävention von chemotherapieinduzierter Übelkeit und Erbrechen unter Cisplatin-basierter hochemetogener Chemotherapie nicht unterlegen.

Literatur

  1. Zhang L et al. A Randomized Phase 3 Study Evaluating the Efficacy of Single-dose NEPA, a Fixed Antiemetic Combination of Netupitant and Palonosetron, Versus an Aprepitant Regimen for Prevention of Chemotherapy-induced Nausea and Vomiting (CINV) in Patients Receiving Highly Emetogenic Chemotherapy (HEC). Ann Oncol. 2018;29(2):452–8.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Peter Leiner
    • 1
  1. 1.

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