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gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 24, Issue 1, pp 16–16 | Cite as

Bis zur nächsten Schwangerschaft mindestens zwölf Monate warten

  • Dagmar Kraus
Literatur kompakt
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Wünscht sich ein Paar mehr als ein Kind, stellt sich die Frage, wie lange man bis zur nächsten Schwangerschaft warten sollte. An Bedeutung gewinnt dieser Punkt vor allem, wenn spät mit der Familienplanung begonnen wurde.

Wie rasch kann nach einer Geburt die nächste Schwangerschaft geplant werden? Laura Schummers aus Boston und ihr Team empfehlen, mindestens zwölf, besser 18 Monate zu warten.

Die Wissenschaftler werteten die Krankenakten von insgesamt 123.122 Frauen aus British Columbia aus, die zwischen 2004 und 2014 ein Kind zur Welt gebracht hatten und mindestens einmal erneut schwanger wurden. Insgesamt gingen 148.544 Schwangerschaften in die Erhebung ein. Die meisten Frauen waren bei ihrer ersten Schwangerschaft zwischen 20 und 34 Jahre alt, jede zehnte war 35 Jahre oder älter.

Gerade bei älteren Frauen, die nach weniger als sechs Monaten erneut schwanger wurden, stieg das Risiko schwerwiegender schwangerschaftsbedingter Komplikationen deutlich. Während bei einem Intervall von 18 Monaten nur 0,5 % der älteren Frauen eine schwere Komplikation erlitten, waren es 1,2 % der über 34-Jährigen, die nach weniger als sechs Monaten wieder schwanger waren.

Im Hinblick auf das eigene Komplikationsrisiko spielte das Schwangerschaftsintervall für die jüngeren Frauen hingegen kaum eine Rolle (0,2 % bei < 6 Monaten vs. 0,5 % bei 18–23 Monaten). Für das Ungeborene oder Neugeborene machte es aber einen Unterschied: Betrug die Zeitspanne weniger als sechs Monate, endeten zum Beispiel 8,5 % der Schwangerschaften in einer Frühgeburt. Warteten die jüngeren Frauen mindestens 18 Monate, sank der Anteil auf 3,7 %. Bei älteren Frauen stieg zwar auch das Risiko für eine Frühgeburt nach einem kurzen Intervall, aber in geringerem Maße (6 Monate: 6,0 % vs. 18 Monate: 3,4 %).

Fazit: Ein zu kurzes Intervall zwischen zwei Schwangerschaften erhöht die Risiken für Mutter und Kind.

Literatur

  1. Schummers L et al. Association of Short Interpregnancy Interval With Pregnancy Outcomes According to Maternal Age. JAMA Intern Med. 2018;178:1661–70CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Dagmar Kraus
    • 1
  1. 1.

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