gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 23, Issue 2, pp 41–41 | Cite as

Frühes Mammakarzinom: dosisintensivierte Chemotherapie scheint besser

  • Birgit-Kristin Pohlmann
Medizin aktuell
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Eine dosisintensivierte Chemotherapie scheint das Rezidiv- und Sterberisiko von Patientinnen mit frühem Mammakarzinom zu reduzieren — so das Ergebnis einer großen, auf dem SABCS 2017 vorgestellten Metaananlyse der Early Breast Cancer Trialists’ Collaborative Group (EBCTCG).

In die EBCTCG-Metaanalyse waren klinische Studien mit verschiedenen dosisintensivierten Ansätzen eingeschlossen worden: dosisdichte Regime, bei denen Regime mit verkürztem Therapieintervall (alle zwei Wochen) eingesetzt und mit der dreiwöchigen Gabe verglichen wurden, sowie Ansätze mit einer sequenziellen Chemotherapie, die es im Vergleich zur simultanen Gabe ermöglicht, die Einzelsubstanzen höher zu dosieren [Gray R et al. SABCS. 2017;Abstr Gs1-01]. In einigen Studien wurden beide Ansätze im Sinne einer sequenziellen dosisdichten Gabe kombiniert. Insgesamt seien die individuellen Daten von über 34.000 Patientinnen aus 25 randomisierten Studien in die Metaanalyse eingegangen, erläuterte Richard Gray, Oxford, Großbritannien.

Konsistente Vorteile

Die Ergebnisse seien, so Gray, erstaunlich konsistent gewesen: Laut gepoolter Analyse reduzierte die dosisintensivierte Gabe das relative Rezidivrisiko signifikant um 15 % (2p < 0,00001) und die relative brustkrebsspezifische sowie Gesamtsterberate jeweils um 13 % (jeweils 2p < 0,00001) nach zehn Jahren. Das ergebe eine absolute Reduktion des Sterberisikos nach zehn Jahren um etwa 3 %, ohne das Risiko substantiell zu erhöhen, betonte Gray. Die Ergebnisse bestätigten sich laut Gray unabhängig vom Hormonrezeptorstatus des Mammakarzinoms.

Am deutlichsten war der Effekt nach zehn Jahren unter dosisdichter sequenzieller Therapie — mit einer relativen Reduktion des Rezidiv- und des Sterberisikos um jeweils 18 %. Die Nebenwirkungsrate lag unter der dosisintensivierten Therapie etwas höher, ohne dass es jedoch zu einem Anstieg therapiebedingter Todesfälle kam. Angesichts der deutlich erhöhten Heilungschance sei dies vertretbar, betonte Gray. Keine Auswertung stellte er zum Nodalstatus der Patientinnen vor.

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Authors and Affiliations

  • Birgit-Kristin Pohlmann
    • 1
  1. 1.

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