gynäkologie + geburtshilfe

, Volume 22, Issue 1, pp 18–18 | Cite as

Brustkrebs im Frühstadium: dosisdichte Chemotherapie für Hochrisikopatientinnen?

  • Peter Leiner
Literatur kompakt
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Ob Frauen mit Hochrisikomammakarzinom von einer dosisdichten Chemotherapie nach Operation im Vergleich zur Standardchemotherapie profitieren, wurde in einer internationalen Vergleichsstudie untersucht.

In einer Phase-II-Studie ist das Konzept der dosisdichten und an Nebenwirkungen angepassten Chemotherapie bei Hochrisikopatientinnen mit Brustkrebs erfolgreich getestet worden [Acta Oncol. 2011; 50 (1): 35–41]. Auf dieser Basis wurde in Schweden, Deutschland und Österreich die PANTHER-Studie (PAN European Tailored Chemotherapy) mit über 2.000 Patientinnen mit histologisch bestätigtem, komplett reseziertem invasivem primärem Mammakarzinom durchgeführt. 38–40 % der Frauen hatten mindestens vier positive Lymphknoten. Geprüft wurde die Wirksamkeit einer adjuvanten Therapie mit Epirubicin plus Cyclophosphamid, gefolgt von Docetaxel. Patientinnen der Vergleichsgruppe erhielten die Standardtherapie: Fluorouracil plus Epirubicin-Cyclosphosphamid (FEC-Regime), gefolgt von Docetaxel. Primärer Endpunkt war das Überleben ohne Brustkrebsrezidive.Mindestens einen Chemotherapiezyklus erhielten unter dosisdichter Therapie 1.001, in der Kontrollgruppe 999 Frauen. 80 % waren Hormonrezeptor-positiv, 97 % hatten positive Lymphknoten. Die dosisdichte Therapie bestand aus vier Zyklen 38–120 mg/m2 Epirubicin (Startdosis: 90 mg/m2) plus 450–1.200 mg/m2 Cyclophosphamid (Startdosis: 600 mg/m2) alle zwei Wochen, danach aus vier Zyklen 60–100 mg/m2 Docetaxel (Startdosis: 75 mg/m2) alle zwei Wochen. In der Kontrollgruppe wurden drei Zyklen Fluorouracil (500 mg/m2), Epirubicin (100 mg/m2) und Cyclophosphamid (500 mg/m2) alle drei Wochen verabreicht, danach drei Zyklen Docetaxel (100 mg/m2) alle drei Wochen. Schließlich erhielten Frauen mit HER2-positiven Tumoren (15,9 % in der dosisdichten, 18,2 % in der Kontrollgruppe) Trastuzumab.

Laut Foukakis et al. unterschieden sich die beiden Gruppen nach einem medianen Follow-up von 5,3 Jahren im brustkrebsrezidivfreien Überleben nicht (Hazard Ratio: 0,79). In der Verumgruppe lebten nach fünf Jahren noch 88,9 % rezidivfrei, in der Kontrollgruppe 85 %. Auch beim Gesamtüberleben, ein sekundärer Endpunkt, gab es keinen Unterschied (92,1 % bzw. 90,2 %). Die dosisdichte Strategie rief jedoch bei mehr Frauen Nebenwirkungen vom Grad 3 oder 4 hervor (52,6 % vs. 36,6 %). Die häufigsten Nebenwirkungen waren Fatigue, muskuloskelettale Schmerzen und neutropenische Infektionen.

Literatur

  1. Foukakis T. et al. Effect of Tailored Dose-Dense Chemotherapy vs. Standard 3-Weekly Adjuvant Chemotherapy on Recurrence-Free Survival Among Women With High-Risk Early Breast Cancer A Randomized Clinical Trial. JAMA 2016; 316 (18):1888–96CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin 2017

Authors and Affiliations

  • Peter Leiner
    • 1
  1. 1.

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