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Laser gegen Nagelpilz: ein stumpfes Schwert?

Die topische Therapie mit Antimykotika ist langwierig und bei einem ausgedehnten Nagelpilzbefall unzureichend, die systemische wegen des beträchtlichen Nebenwirkungsrisikos oft ungeeignet. Als Alternative werden zur Behandlung von Onychomykosen seit etwa zehn Jahren Laser eingesetzt.

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In der Rubrik „Literatur kompakt“ werden die wichtigsten Originalarbeiten aus der internationalen Fachliteratur referiert.

© Mehmet Dilsiz / Fotolia.com

Als Laser bei Nagelpilzerkrankungen werden meistens Nd:YAG-Laser mit einer Wellenlänge von 1.064 nm eingesetzt. Der wissenschaftliche Beweis für den Nutzen der Lasertherapie steht allerdings noch aus: In-vitro-Studien sprechen für eine nur temporäre Hemmung des Pilzwachstums; kleine Studien mit Patienten haben zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt. Ein eindeutig negatives Resultat hat nun eine randomisierte und placebokontrollierte Studie aus den Niederlanden erbracht.

An der Studie beteiligten sich 63 ältere Patienten mit Diabetes und mikrobiologisch bestätigter Onychomykose der Zehennägel. Als Pathogen war in den meisten Fällen Trichophyton rubrum identifiziert worden.

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Als Alternative zu Antimykotika werden zur Behandlung von Onychomykosen seit etwa zehn Jahren Laser eingesetzt. Einer aktuellen Studie zufolge bringt das nicht viel.

© cunaplus / stock.adobe.com

Zwei Drittel der Teilnehmer hatten schon eine antimykotische Therapie hinter sich, die aber mindestens ein Vierteljahr zurückliegen musste. 32 Patienten wurden nach dem Abschleifen der betroffenen Nägel in vier Sitzungen (Woche 0, 2, 4, 12) mit dem Nd:YAG-Laser behandelt (Wellenlänge 1.064 nm, Fluenz 20 J/cm2, Spotgröße 3 mm, Pulsfrequenz 5 Hz, Laserleistung 10 W, Pulsdauer 132 ms). Die übrigen 31 Patienten erhielten eine Scheintherapie. Dabei wurde der Laserstrahl mit einer feuerfesten, in Fußnähe platzierten Schale abgefangen; zur Verblindung der Patienten war bei allen Lasersitzungen ein Vorhang gespannt. Eine zusätzliche antimykotische Behandlung war nicht erlaubt. Die Studientherapie wurde nach zwölf Monaten durch Untersucher, die nicht wussten, wer wie behandelt worden war, ausgewertet.

Das primäre Studienziel, die komplette Heilung des am stärksten befallenen Nagels — definiert als vollkommen normales Erscheinungsbild oder als mikrobiologische Heilung bei leichten Nagelveränderungen — wurde von keinem Patienten erreicht. Mikrobiologisch wurden 41,9 % der Placebo- und 43,8 % der Laserpatienten als geheilt beurteilt; eine deutliche klinische Verbesserung war bei 3,4 % beziehungsweise 11,0 % eingetreten — keiner der Unterschiede war statistisch signifikant. Das galt auch für den Rückgang der pilzbefallenen Oberfläche (absolut um 9,7 % bzw. 13,0 %).

Als einzige Nebenwirkung, bei der ein Zusammenhang mit der Studientherapie zumindest nicht auszuschließen war, wurde bei einem Patienten der Lasergruppe ein subunguales Hämatom festgestellt.

„Die Lasertherapie von Nagelmykosen scheint nicht wirksam zu sein und sollte als experimentelle Therapie betrachtet werden“, lautet das Fazit der Studienautoren. Ob andere Behandlungsschemata erfolgreicher seien, müsse in weiteren Studien geprüft werden.

Fazit: Die Behandlung einer Onychomykose mit dem Nd:YAG-Laser ist einer randomisierten Studie zufolge nicht wirksamer als eine Scheinbehandlung.

Literatur

  1. Nijenhuis-Rosien L et al. Laser therapy for onychomycosis in patients with diabetes at risk for foot ulcers: A randomised, quadruple-blind, sham controlled trial (LASER-1). J Eur Acad Dermatol Venereol. 2019; https://doi.org/10.1111/jdv.15601

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Schumacher, B. Laser gegen Nagelpilz: ein stumpfes Schwert?. hautnah dermatologie 35, 16 (2019). https://doi.org/10.1007/s15012-019-3119-0

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