Vitamin-D-Mangel bei Alopecia areata

Vitamin D spielt eine wichtige Rolle für den Kalziumstoffwechsel und das Immunsystem — eine Verbindung zu Autoimmunerkrankungen wie Alopecia areata scheint daher durchaus möglich.

Die Rolle, die Vitamin D bei Autoimmunerkrankungen einnimmt, wird noch immer kontrovers diskutiert. Wie eine Metaanalyse nun zeigte, haben Patienten mit Alopecia areata (AA) geringere Serum-Vitamin-D-Konzentrationen als Menschen ohne AA. In ihre Analyse schlossen die Autoren 14 klinische Studien ein, die das Vitamin-D-Level in AA-Patienten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe überprüften. Insgesamt wurden 1.255 AA-Patienten und 784 Kontrollprobanden untersucht.

Elf der 14 Studien beinhalteten Daten zum 25-Hydroxy-Vitamin-D-Serumlevel. Die gepoolte, mittlere Differenz war in der Patientengruppe um 8,52 ng/dl niedriger als in der Kontrollgruppe (95 %-Konfidenzintervall (KI): -11,53 bis -5,50 ng/dl). Laut Studienautoren kann dieses Ergebnis allerdings nicht auf Kinder mit AA übertragen werden.

AA-Probanden hatten zudem eine höhere Wahrscheinlichkeit, einen Vitamin-D-Mangel (< 20–30 ng/dl) zu entwickeln. Ein Mangel wurde bei 609 von 1.133 Patienten festgestellt, in der Kontrollgruppe wiesen 200 von 658 Probanden ein Defizit auf. Die Prävalenz unter AA-Patienten betrug demnach 73,8 % (KI 59,1–84,6 %).

In vier der 14 Studien gab es eine negative Korrelation zwischen dem Serum-Vitamin-D-Level und demAusmaß des kreisrunden Haarausfalls. Fünf der Studien zeigten diesen Zusammenhang nicht; bei den restlichen Studien wurde der Zusammenhang nicht untersucht. Laut Autoren ist damit die Assoziation zwischen Vitamin-D-Level und AA noch immer unklar. Ebenfalls bliebe ungewiss, ob die Erkrankung den Mangel auslöse oder ob ein Vitamin-A-Defizit zur Entwicklung der AA beiträgt.

Die Studienpopulationen waren sehr heterogen. Das Vitamin-D-Level kann durch verschiedene Faktoren wie die geografische Lage, den Hauttyp oder auch Jahreszeiten beeinflusst werden. Die Daten sollten daher vorsichtig interpretiert werden.

Frühere Studien haben gezeigt, dass Vitamin D das Haarwachstum positiv beeinflussen kann [Cerman AA et al. J Drugs Dermatol. 2015; 14: 616–20, Kim DH et al. Ann Dermatol. 2012; 24: 341–4, Narang T et al. Dermatol Ther. 2017; http://doi.org/f9nk3k]. Ob Vitamin D zu therapeutischen Zwecken bei einer AA eingesetzt werden kann, müsste zunächst in weiteren Studien überprüft werden.

Fazit: AA-Patienten haben häufig niedrigere Serum-Vitamin-D-Spiegel als Kontrollgruppen. Auch die Prävalenz des Vitamin-D-Mangels ist erhöht. Die Autoren empfehlen daher, den Vitamin-D-Spiegel bei Patienten mit kreisrundem Haarausfall überprüfen.

Literatur

  1. Lee S et al. Increased prevalence of vitamin D deficiency in patients with alopecia areata: a systematic review and meta-analysis. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2018; 32: 1214–21

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Sonnet, M. Vitamin-D-Mangel bei Alopecia areata. hautnah dermatologie 34, 22 (2018). https://doi.org/10.1007/s15012-018-2908-1

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