hautnah dermatologie

, Volume 34, Issue 2, pp 27–27 | Cite as

Plattenepithelkarzinom: Fluorouracil als Prophylaxe

  • Christine Starostzik
Literatur kompakt
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Forscher aus den USA sind der Frage nachgegangen, ob eine topische Fluorouracil-Behandlung Hochrisikopatienten vor weiteren Basalzell- oder Plattenepithelkarzinomen der Haut schützen kann.

In die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte VAKCC-Studie wurden 932 Kriegsveteranen eingeschlossen. Bei den Probanden war in den vorausgegangenen fünf Jahren mindestens zweimal die Diagnose eines nicht melanozytären Hautkrebses gestellt worden, mindestens einer davon im Gesicht oder an den Ohren. Die Beaobachtungszeit endete nach maximal vier Jahren. Insgesamt 468 von ihnen trugen über zwei bis vier Wochen zweimal täglich 5%iges Fluorouracil auf Gesicht und Ohren auf. 464 Teilnehmer der Kontrollgruppe erhielten nur den Trägerstoff zur lokalen Applikation.

Bei insgesamt 299 Probanden war bis zum Studienende mindestens ein Basalzellkarzinom aufgetreten, bei 95 bereits im ersten Jahr. 108 Veteranen entwickelten mindestens ein Plattenepithelkarzinom, 25 davon im ersten Beobachtungsjahr. Über die gesamte Studienzeit hinweg trat der nichtmelanozytäre Hautkrebs in allen Gruppen gleich häufig auf. Auch die Zeitspanne bis zur Diagnose des ersten Basalzell- oder Plattenepithelkarzinoms war ähnlich.

Unterschiede zeichneten sich allerdings im ersten Jahr ab: In dieser Zeit bildete sich bei 1 % der Patienten in der Fluorouracil-Gruppe ein Plattenepithelkarzinom aus, während ein solches bei 4 % der Patienten der Kontrollgruppe diagnostiziert wurde. Die Ärzte errechneten aufgrund dieser Daten nach dem Einsatz von Fluorouracil eine Risikoreduktion von 75 %. Beim Basalzellkarzinom ergaben sich dagegen bei einer Risikoreduktion von 11% keine signifikanten Unterschiede für die lokalen Fluorouracilbehandlung gegenüber der Kontrollgruppe. Allerdings mussten in der Interventionsgruppe im ersten Studienjahr 49 % weniger Basalzellkarzinome chirurgisch entfernt werden als in der Kontrollgruppe.

Fazit: Aufgrund der Studienergebnisse sei es denkbar, das Risiko eines Plattenepithelkarzinoms für Hochrisikopatienten beispielsweise durch die jährliche Behandlung von Gesicht und Hals mit 5 %-igem Fluorouracil zu senken, so die Studienautoren. Damit könne auch die Zahl der operativen Maßnahmen sinken. In weiteren Studien sollten die Effekte von Fluorouracil auf das Basalzellkarzinom näher untersucht werden, außerdem der Einfluss auf das spezielle Risiko von Transplantationspatienten hinsichtlich des Plattenepithelkarzinoms. Letztlich sollten diejenigen Patientengruppen ermittelt werden, die von einer prophylaktischen Behandlung am meisten profitierten.

Literatur

  1. Weinstock MA et al.: Chemoprevention of Basal and Squamous Cell Carcinoma With a Single Course of Fluorouracil, 5%, Cream. A Randomized Clinical Trial. JAMA Dermatol 2018; 154: 167–74CrossRefGoogle Scholar

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Authors and Affiliations

  • Christine Starostzik
    • 1
  1. 1.

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