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Allergie gegen Bienengift

Fast tödliche Anaphylaxie trotz VIT

Insektengiftallergiker haben oft lebensbedrohliche Anaphylaxien, wenn sie gestochen werden - in Deutschland zumeist von Honigbienen (Apis mellifera) und Wespen (Vespula germanica sowie Vespula vulgaris). Schutz vor systemischen Reaktionen bietet eine spezifische Immuntherapie gegen Insektengift (VIT), jedoch keinen 100%igen. Um die VIT-Wirkung zu prüfen, ist daher in Einzelfällen eine Re-Challenge erforderlich. Eine solche kann jedoch mitunter fast tödlich verlaufen [Micaletto et al. Allergy Asthma Clin Immunol 2022;18:44].

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© martin / Adobe Stock

Ein 35-jähriger Patient hatte nach einem Bienenstich eine Grad-IV-Reaktion inklusive Bewusstseinsverlust erlitten. Nach entsprechender Diagnose wurde eine Bienen-VIT eingeleitet, die der Patient für knapp fünf Jahre anwendete. Bei dem folgenden Check-up fanden sich zwei Minorkriterien für eine systemische Mastozytose. Da der Mann als Gärtner arbeitete und daher ein vergleichsweise hohes Insektenstichrisiko hatte, wurde eine Re-Challenge durchgeführt. Bei dieser reagierte der Patient vier Minuten nach dem Stich mit einer fulminant verlaufenden Anaphylaxie. Im klinischen Notfall-Setting konnte umgehend mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen und der Patient erfolgreich reanimiert werden.

In der Folge nahm der Patient die VIT wieder auf, ergänzt durch Omalizumab (300 mg, q4w). Seitdem wurde der Mann mehrfach von Bienen gestochen - ohne Zeichen einer Anaphylaxie.

Als mögliche Erklärung für das VIT-Versagen kommt dem Autorenteam zufolge eine unzureichende Menge des Minorallergens Api m 10 im VIT-Extrakt infrage.

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Lux, S. Fast tödliche Anaphylaxie trotz VIT. Allergo J 31, 8 (2022). https://doi.org/10.1007/s15007-022-5061-4

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