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Medikation bei allergischer Rhinitis im europäischen Vergleich

Die Kosten der Therapie bei allergischen Erkrankungen und Rhinitis variieren von Land zu Land entsprechend dem jeweiligen Gesundheitssystem. In der ARIA-Studie wurde untersucht, wie sich die Verschreibungspraktiken in mehreren EU-Ländern voneinander unterscheiden und wie sich das auf die jeweiligen Behandlungskosten auswirkt.

Allergische Rhinitis ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen. Zum Management gehören die Prophylaxe mit Allergenvermeidung, die Pharmakotherapie mit H1-Antihistaminika und intranasalen Glukokortikoiden und die allergenspezifische Immuntherapie. In die aktuelle Analyse pharmako-epidemiologischer Datenbanken wurden fünf EU-Länder einbezogen: Frankreich, Deutschland, Italien, Polen und Spanien. Ermittelt wurde, welche Medikation bei allergischer Rhinitis in den Jahren 2016 bis 2018 verschrieben oder verkauft worden war. Ausgeschlossen wurden aus der Analyse intranasale abschwellende Medikamente, weil sie bei allergischer Rhinitis nur selten verschrieben werden sollen. Als Standardeinheit wurde die kleinste tägliche Einnahmedosis definiert, beispielsweise eine Tablette oder Ampulle oder 5 ml Liquid. Eine Packung mit 100 Tabletten - etwa mit einer empfohlenen Dosis von zwei Tabletten täglich - beinhaltet eine Registrierung von Einheit = 1 und Standardeinheit = 50.

Frankreich erwies sich sowohl hinsichtlich der Standardeinheiten als auch der Kosten als führend. Die anderen vier Länder hatten vergleichbare Standardeinheiten. In Polen waren die Kosten niedriger als in den drei anderen Ländern. Die Anwendung der Medikation variierte jedoch zwischen den Ländern stark. So waren beispielsweise in den Standardeinheiten im Jahr 2018 intranasale Glukokortikoide in Polen die häufigste Therapie (70,0 %), ebenso in Frankreich (51,3 %), Spanien (51,1 %) und Deutschland (50,3 %), während in Italien systemische Antihistaminika (41,4 %) dominierten, gefolgt von intranasalen Glukokortikoiden (30,1 %). Für die anderen beiden Jahre ergaben sich ähnliche Ergebnisse.

In Frankreich wurden intranasale Glukokortikoide 4,3-mal häufiger pro Einwohner verkauft als in Deutschland. Auf der anderen Seite wurden nasale abschwellende Mittel 9,25-mal häufiger pro Einwohner verkauft als in Frankreich. Die Anwendung nasaler abschwellender Mittel bei allergischer Rhinitis entspricht jedoch nicht der Leitlinientherapie.

Fazit: In den fünf untersuchten europäischen Ländern zeigten sich bei Behandlung der allergischen Rhinokonjunktivitis große Unterschiede.

Busquet J et al. Heterogeneity of the pharmacologic treatment of allergic rhinitis in Europe based on MIDAS and OTCims platforms. Clin Exp Allergy 2021;51:1033-45

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Correspondence to Kathrin von Kieseritzky.

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von Kieseritzky, K. Medikation bei allergischer Rhinitis im europäischen Vergleich. Allergo J 30, 14 (2021). https://doi.org/10.1007/s15007-021-4918-2

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