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Spezifika bei Diagnose von Mandelallergie

Extraktbasierte Tests reichen für die sichere Diagnose einer Mandelallergie nicht aus. Spezifische Mandelallergene können eine Lösung sein.

Allergien gegen Mandeln sind neben den Allergien gegen Walnuss, Haselnuss und Cashew gängige Baumnussallergien bei Kindern und Jugendlichen. Mit extraktbasierten Tests wie dem Pricktest und der Bestimmung von serumspezifischem IgE (sIgE) lässt sich aufgrund der geringen Spezifität eine Allergie gegen Mandeln nur schwer nachweisen. In einer Studie wurde nach relevanten Mandelallergenen gesucht, die die Diagnosestellung erleichtern könnten.

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© Dilok Klaisataporn / Getty Images / Istock

Mandelallergie: Legumin könnte ein neuer potenzieller molekularer Marker sein.

Aus Mandelkernen wurden IgE-reaktive Proteine gewonnen. Mittels quantitativem ELISA wurden bei 18 Personen mit nachgewiesener Mandelallergie IgE-bindende Mandelextrakte und Allergene analysiert. Die häufigsten Symptome als Reaktion auf den Kontakt mit Mandeln waren Urtikaria (n = 10), Hautausschlag (n = 4) und Angioödem (n = 6). 56 % der Patienten hatten in der Vorgeschichte auch Sofortreaktionen auf Erdnuss gezeigt, 44 % auf Cashew, 39 % auf Haselnuss und 44 % auf Walnuss. Als Kontrolle dienten Seren von 18 Personen mit nachgewiesener Erdnussallergie und/oder Baumnussallergie, aber mit Toleranz gegenüber Mandeln. 72 % der Kontrollpersonen hatten eine Erdnussallergie, 67 % eine Haselnussallergie und 61 % eine Walnussallergie. Die Gesamt-IgE-Werte und -sIgE-Werte auf Erdnuss, Haselnuss, Walnuss, Paranuss und Macadamia unterschieden sich zwischen den beiden Gruppen nicht.

Drei IgE-bindende Proteine wurden identifiziert: Legumin (Pru du 6), α-Hairpinin (Pru du 8) und Mandelnitril-Lyase (Pru du 10). Positive IgE (≥ 0,35 kU/l) auf Mandelextrakt zeigten eine Sensitivität von 94 %, aber eine Spezifität von nur 33 %. IgE auf Pru du 6 hingegen hatten eine hohe Sensitivität mit 83 % bei deutlich höherer Spezifität mit 78 %. Die Seren der Personen mit Mandelallergie enthielten signifikant höhere IgE-Werte auf Mandelextrakt (p < 0,0001) und Pru du 6 (p < 0,0001) als die Seren der Kontrollpersonen. Die Sensibilisierung auf Pru du 6 stellte sich für die Mandelallergie als hochspezifisch heraus, während die Frequenz der Sensibilisierung auf Legumine von Erdnuss, Walnuss, Haselnuss und Cashew in beiden Gruppen ähnlich war. IgE auf Pru du 8 und Pru du 10 waren weniger sensitiv (41 % und 67 %), aber hatten eine Spezifität von 100 % und 61 %.

Fazit: Durch die Anwendung von Mandelallergenen kann die diagnostische Spezifität im Vergleich zu Extrakt offenbar deutlich verbessert werden. Legumin (Pru du 6) erwies sich als ein neuer potenzieller molekularer Marker für die Diagnose bei symptomatischer Mandelallergie.

Kabasser S et al. Identification of Pru du 6 as a potential marker allergen for almond allergy. Allergy 2021;76:1463-72

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Correspondence to Kathrin von Kieseritzky.

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von Kieseritzky, K. Spezifika bei Diagnose von Mandelallergie. Allergo J 30, 14 (2021). https://doi.org/10.1007/s15007-021-4879-5

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