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Gras ist nicht gleich Gras

Cannabis-Allergie ist sortenabhängig

Cannabis wird seit Jahrtausenden als Rauschmittel und in jüngster Zeit auch zunehmend als Arzneimittel verwendet. Auf kommerziellen Webseiten werden inzwischen etwa 3.000 Sorten angeboten, allesamt Züchtungen oder Hybride aus Cannabis sativa und Cannabis indica. Allergische Reaktionen auf Cannabis wurden in zahlreichen Publikationen beschrieben. In einer Kasuistik aus Kanada ist nun erstmal von einer sortenabhängigen "Gras-Allergie" die Rede [Stepaniuk et al. Allergy Asthma Clin Immunol 2021;17:49].

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© SEASTOCK / Getty Images / iStock

Ein 31-Jähriger stellte sich mit Verdacht auf Cannabis-Allergie vor. Er hatte nach direktem Kontakt mit Cannabis mit Pruritus, Erythemen und bilateralen periorbitalen Ödemen reagiert. Ihm war aufgefallen, dass die Reaktionen sortenabhängig waren. Tatsächlich reagierte der Patient im Hautpricktest auf die Sorten "Blueberry Haze", "Blue Dream" und "Sweet Island Skunk" positiv, auf "Blue Moonshine" und "Sweet Skunk" hingegen negativ. Die Ärzte rieten dem Patienten zum Cannabis-Verzicht, woran sich dieser jedoch nicht hielt. Er vermied aber direkten Kontakt zu den Pflanzen und konnte sich so schadlos halten.

Den Autoren zufolge könnten die beiden bekannten Allergene Can s 3 und Can s 4 bald als Testextrakte zu Verfügung stehen. Da sich die zahlreichen (Hybrid-)Züchtungen aber offensichtlich in ihrer Allergenität unterscheiden und es wohl noch weitere, bislang unbekannte Allergene gibt, wird die Entwicklung kommerzieller Tests eine Herausforderung.

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Lux, S. Cannabis-Allergie ist sortenabhängig. Allergo J 30, 8 (2021). https://doi.org/10.1007/s15007-021-4852-3

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