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Haustier als Schutz vor Asthma bronchiale?

Wie beeinflussen Endotoxine und Allergene im Haushalt die Entwicklung von Asthma bei Kindern? In einer Studie aus China wurde untersucht, ob Haustiere bei gleichzeitig erhöhter Luftverschmutzung vor Asthma schützen können.

Die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter ist Asthma bronchiale, die Inzidenzen steigen weltweit. Schlüsselfaktoren in den Umwelt- und Lebensbedingungen zu identifizieren, die Auslöser sein oder präventiv wirken können, ist von entscheidender Bedeutung. Die Evidenz dafür, dass Schadstoffe in der Luft bei der Auslösung von Asthma im Kindesalter eine Rolle spielen, wächst. Zudem ist bekannt, dass Allergene und Endotoxine mit Schadstoffen in der Luft interagieren, was zu negativen Effekten, aber auch zu positiven immunologischen Reaktionen führen kann. Deshalb besteht die Frage, ob eine frühe Exposition im Kindesalter mit Haushaltsendotoxinen und Allergenen etwa durch Haustiere vor der asthmafördernden Wirkung von Luftverschmutzung schützen kann.

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© Antonio_Diaz / Getty Images / iStock

Wachsen Kinder mit Haustieren auf, insbesondere mit Hunden, wirkt sich das positiv auf ihr Asthmarisiko aus.

In der bevölkerungsbasierten cross-sektionalen Studie wurden zwischen 2012 und 2013 insgesamt 59.754 Kinder aus 94 Schulen in 27 urbanen Gebieten von sieben chinesischen Städten berücksichtigt. Ausgesuchte Familien wurden angeschrieben und um Informationen zu den Lebensumständen und der Gesundheit der Kinder gebeten. Das mittlere Alter der Kinder lag bei 10,3 ± 3,6 Jahren. Die Asthmatiker unter ihnen waren jünger als die Kinder ohne Asthma (p < 0,001). 11,5 % der Kinder lebten mit einem Haustier. Ermittelt wurde außerdem die Konzentration von Luftschadstoffen im Lebensraum der Kinder, darunter von Partikeln mit weniger als 1 μm Durchmesser (PM1), PM2,5, PM10 und Nitrogendioxid.

Eine erhöhte Exposition mit Schadstoffen in der Luft war mit einer höheren Prävalenz von Asthma assoziiert (p < 0,05). Allerdings war dieser Effekt bei Kindern, in deren Haushalt ein eigenes Haustier vorkam, signifikant abgeschwächt. So hatten beispielsweise Kinder, die mit einem Haustier lebten, im Vergleich zu Kindern ohne Haustier kein erhöhtes Risiko für Asthmasymptome allgemein (Odds Ratio: 1,01; 95 %-Konfidenzintervall: 0,78-1,30), Keuchen (Odds Ratio: 0,96; 95 %-Konfidenzintervall: 0,76-1,21) und Husten (1,01; 0,87-1,18) für jeden Anstieg in PM1 um 10 μg/m³ (p-int < 0,05). Ähnliche Trends wurden auch für andere Luftpartikel ermittelt. Hunde und Vögel im Haushalt verringerten die Assoziation zwischen Asthma beziehungsweise Husten und Schadstoffen in der Luft. Die Interaktion zwischen Haustier und Luftverschmutzung war nur bei Kindern bis zwölf Jahren nachweisbar.

Fazit: Wenn Haustiere wie Hunde oder Vögel mit im Haushalt leben, verringert sich womöglich die Gefahr für Kinder, durch erhöhte Schadstoffbelastung in der Luft an Asthma bronchiale zu erkranken.

Zeng X-W et al. Current pet ownership modifies the adverse association between long-term ambient air pollution exposure and childhood asthma. Clin Transl Allergy 2021;11: e12005

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Correspondence to Kathrin von Kieseritzky.

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von Kieseritzky, K. Haustier als Schutz vor Asthma bronchiale?. Allergo J 30, 10 (2021). https://doi.org/10.1007/s15007-021-4833-6

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