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Allergo Journal

, Volume 26, Issue 1, pp 12–12 | Cite as

Luftreiniger reduziert Pollenkonzentration in geschlossenen Räumen

  • Robert Bublak
Literatur kompakt
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Pollenbelastung macht Allergikern nicht nur im Freien, sondern auch in Wohn- und Arbeitszimmern zu schaffen. Berliner Allergologen haben untersucht, ob Geräte zur Luftreinigung hier weiterhelfen können.

Eine Arbeitsgruppe des Allergiezentrums der Berliner Charité um Prof. Dr. Karl-Christian Bergmann hat junge erwachsene Patienten mit pollenallergischer Rhinitis und/oder Konjunktivitis für einen dreistufigen Test in eine Pollenexpositionskammer gesetzt. Dabei lief zunächst eine halbe Stunde lang in einem Abstand von 150 cm ein Luftreiniger der Marke Philips AC4012, um herauszufinden, ob das Gerät selbst das Beschwerdebild der Probanden beeinflusst.

Auf diese erste folgte eine zweite Phase, in der die Versuchspersonen 90 Minuten lang einer Konzentration von 4.000 Graspollen je Kubikmeter ausgesetzt wurden. Der Luftreiniger war zwar eingeschaltet, der Filtereinsatz aber ausgebaut. Während der dritten Phase lief der Luftreiniger voll ausgerüstet mit einem Filter bei gleicher Pollenkonzentration über einen Zeitraum von ebenfalls 90 Minuten.

Gemessen wurden unter anderem die Symptomenscores bezogen auf die Augen (Jucken, Reizung, Rötung, Tränen), die Nase (Jucken, Niesen, Triefen, Verstopfung) und die Bronchien (Giemen, Husten, Kurzatmigkeit, Asthma). Für jedes Symptom gab es 0 (keine Beschwerden) bis 3 Punkte (heftige Beschwerden), sodass je untersuchtes Organ im schlechtesten Fall 12 Punkte zu Buche kamen.

In Phase 1 traten kaum Beschwerden auf. Anders in Phase 2: Hier lagen die Symptomenscores zwischen 4 und 6. In Phase 3, also bei Pollenbelastung mit laufendem und filterbewehrtem Luftreiniger, gingen die Symptomenwerte im Mittel wieder auf unter 1 Punkt zurück, und zwar sowohl im Durchschnitt für alle untersuchten Organe als auch speziell für den Nasenscore.

Obwohl eine Pollenallergie in erster Linie als ein Phänomen angesehen wird, das sich durch Belastung an der frischen Luft manifestiert, haben Studien gezeigt, dass die Pollen von Gräsern und Birken auch in Innenräumen nachzuweisen sind. Dort können sie empfindlichen Patienten noch lange nach der eigentlichen Pollensaison allergische Beschwerden verursachen. Folgt man den Ergebnissen der vorliegenden Untersuchung, können Luftreiniger diese Beschwerden lindern.

„Unser Studienprotokoll ist geeignet, die Wirksamkeit von Luftreinigern zu untersuchen, und der getestete Reiniger hat die von Graspollen verursachten klinischen Symptome in einem Innenraum wirksam reduziert“, schreiben die Autoren. Unterstützt hat die Studie die Firma Philips, die das verwendete Gerät herstellt. Dennoch waren, wie die Forscher einräumen, die finanziellen Ressourcen begrenzt. Das Team musste sich deshalb mit vier Probanden bescheiden.

Kommentar

Allergenkarenz fällt vor allem Pollenallergikern naturgemäß schwer. Dieser Studie zufolge kann ein Luftreiniger die Allergenbelastung in den eigenen vier Wänden spürbar reduzieren. Bevor wir unseren Patienten nun die Anschaffung eines entsprechenden Geräts empfehlen, gilt es weitere, ausführlichere Studien abzuwarten. Die Lektüre dieser Arbeit im Original lohnt sich aber bereits jetzt.

Prof. Dr. Thilo Jakob

Literatur

  1. Bergmann KC et al. A novel experimental technology for testing efficacy of air purifiers on pollen reduction. Allergo J Int 2017;26:1–6CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin 2017

Authors and Affiliations

  • Robert Bublak
    • 1
  1. 1.Klinik für Dermatologie und AllergologieUniversitätsklinikum Gießen u. MarburgStandort GießenDeutschland

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